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14.04.2014, Köln und Zürich, Wolf K. Müller Scholz

Credit Suisse: Zielfokus.

Ordnung: Credit Suisse schärft die Unternehmensziele.
Der internationale Finanzriese entschlackt die Strategieentwicklung von unnötigen Zahlen – und erfüllt trotzdem die immer vielfältigeren Detailanforderungen der staatlichen Regulierer.

Als systemrelevante Großbank unterliegt die Credit Suisse besonders hohen regulatorischen Anforderungen wie etwa der Schweizer «Too big to fail»-Regulierung. Seit Anfang 2013 arbeitet die Bank mit einem verbesserten System von Leistungsindikatoren (KPIs), um das regulatorische Umfeld, aber auch den strategischen Plan und den Marktzyklus besser widerzuspiegeln. Dazu zählen ein KPI-Framework mit klaren Managementzielen auf Gruppenebene, das unter anderem ein Aufwand- Ertrags-Verhältnis im Kernergebnis auf unter 70 Prozent festlegt – und einen im Vergleich zu anderen Banken überdurchschnittlichen Total Shareholder Return (TSR), der über Benchmarks kontrolliert wird.

Die Leistungsindikatoren werden im Rahmen der normalen Planung regelmäßig überprüft und als Grundlage für die Strategieentwicklung und den Finanzplanungsprozess verwendet. Mit jetzt deutlich weniger Details: «Wir haben dem Verwaltungsrat in diesem Jahr zum ersten Mal keine Detailfinanzzahlen mehr vorgelegt, sondern nur noch die Strategien und die Initiativen», sagte Sandro Bless, Head of Group Planning, auf der Planungsfachkonferenz. Später, bei einem speziellen strategischen Offsite-Meeting Ende August, entscheidet der Verwaltungsrat dann, welche Strategien und Initiativen weiterzuverfolgen sind.

Diese Marschrichtung des Topgremiums der Credit Suisse wird dann von den Verantwortlichen der Konzernbereiche Finanzen, Strategie und Planung in finanzielle Zielfestlegungen für die Divisionen umgesetzt. Der daraus resultierende Finanzplan gilt für drei Jahre, wobei das erste Jahr das Budget ist. Die Treiber in der Planung basieren auf umfassenden makroökonomischen Daten.

Aufgrund der komplexen Zusammenhänge und der hohen Risiken in der globalen Finanzbranche hält die Credit Suisse an monatlichen Forecasts fest, die jeweils im Februar beginnen. «Wir müssen zu jedem Zeitpunkt wissen, wo wir stehen», begründete Bless dieses akribische Vorgehen.

Diese hohe Genauigkeit gilt bei der Schweizer Bank – anders als bei Unternehmen in vielen anderen Branchen – auch für die Finanzdaten der einzelnen rechtlich selbständigen Konzerneinheiten («legal entities»), die in jedem Land unterschiedlichen, zunehmend strengen Vorschriften der Finanzaufsicht unterliegen. Diese nationalen Regularien greifen teilweise auch konzernweit, wie zum Beispiel bei der politisch gewollten Weitergabe von Kontodaten amerikanischer Kunden in der Schweiz an die US-Steuerbehörden («Fatca»-Regeln). Zudem wechseln zahlreiche Risikokerngrößen immer häufiger, mittlerweile oft schon im Halbjahrestakt.

Für all diese Herausforderungen benötigt die Credit Suisse ein sehr leistungsstarkes IT-System. Deshalb will die Bank ein neues integriertes Planungstool in Betrieb nehmen.

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net © ProfilePublishing Germany GmbH 2013-2014. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung der ProfilePublishing Germany GmbH

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