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30.10.2011

Standortkunde

Geographische Daten sind bei der Informationsanalyse vieler Unternehmen noch ein blinder Fleck. Dabei können sie den Kundenservice und die CRM-Systeme deutlich aufwerten.

Der Standort ist ein allgegenwärtiger Faktor, der die meisten, wenn nicht sogar alle unternehmerischen Verhaltensweisen und Ergebnisse erheblich beeinflusst. Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Ovum enthalten 80 Prozent der Unternehmensdaten raumbezogene Aspekte, die als Punkte, Linien oder Flächen auf einer Karte visualisiert werden können.

Diese geographische Komponente der Daten wird jedoch von vielen Unternehmen und IT-Systemen nicht angemessen ausgewertet. Die Marktforschungsfirma Ventana Research zeigt in ihrer Studie «Benchmark Research into Location Intelligence», dass nur 28 Prozent der Organisationen unternehmerischen Innovationsgeist im Hinblick auf den Standortaspekt haben. Dieselbe Studie belegt, dass 61 Prozent der Organisationen, die Standortdaten nutzen, eine Verbesserung der Kundenservices feststellen.

«Durch raumbezogene Technologien Strategien und Prozesse optimieren. »

Dies liegt daran, dass herkömmliche Business Intelligence- Systeme zwar die Dimensionen «Wer», «Was» und «Warum» analysieren, aber den Faktor «Wo» vernachlässigen. Dabei ist der Standort ein entscheidender Aspekt der Analyse mit enormem Informationspotential. Sicher liegt es auch daran, dass beim Thema der standortabhängigen Systeme viele Manager häufig nur an Geoinformationssysteme denken, ohne zu wissen, dass sich die Technologie deutlich weiterentwickelt hat. Die Tage simpler thematischer Karten sind gezählt. Durch den stärkeren Einsatz von Mobilgeräten, GPS und RFID-Chips wird es immer einfacher, den Standort von Personen und Objekten zu bestimmen. Populäre Kartentools wie Google Maps für Konsumenten steigern die Erwartungen der IT-Nutzer bezüglich standortbezogener Daten, Services und Geräte.

Auf der anderen Seite optimieren Firmen und Organisationen durch analytische raumbezogene Technologien ihre Strategien, Prozesse und Leistungen. Dies gilt besonders, wenn sie diese in ihre CRM-Systeme und ihr Customer Communications Management (CCM) integrieren, die Softwarehersteller wie Pitney Bowes Business Insight anbieten. Dieses Vorgehen bezeichnen Experten auch als standortbezogenes CRM. Dabei kann das Management auf innovative Informationsquellen wie etwa Risikozonierungen zugreifen. Diese lassen sich auch im Hinblick auf den jeweiligen Einsatzzweck bereinigen und validieren, in Unternehmensprozesse integrieren und durch weitere Daten anreichern.

«Der Ortsbezug in Schadensmanagementprozessen steigert die Effizienz. »

Ein Beispiel für den Unternehmenseinsatz ist die Anwendung im KFZ-Bereich einer Versicherungsgruppe. Sie nutzt die Geoinformationen, um im Schadensfall auf die nächstgelegene Partnerwerkstatt zu verweisen und so eine schnelle und unbürokratische Schadenabwicklung zu sichern. Die Integration des Ortsbezugs in die Schadenmanagement- Prozesse steigert die Effizienz und verschafft dem Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Ein breites Anwendungsfeld gibt es im öffentlichen Sektor: Regierungen in europäischen Ländern sehen sich heute mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Standortbasierte Systeme helfen hier grundlegend. Viele kommunale Regierungen beispielsweise stellen sie zur Verbesserung der Bauleitplanung bereit und nutzen sie zur besseren Vorhersage von Naturkatastrophen, zur Vorbereitung auf Pandemien und Notstände, zur Kontrolle des CO2-Ausstoßes oder zur Ausweitung von bürgerorientierten Serviceangeboten.

Ein gutes Beispiel für den Einsatz von Location Intelligence bei Bürgerservices ist die Stadt Karlsruhe. Die Badener setzen webbasierte Lokalisierungstechnologie ein, um in Echtzeit über die aktuelle Verkehrslage und Baustellen im Stadtgebiet zu informieren. In dem Informationsportal - unter http://vmz.karlsruhe.de/entry-tba/ – rufen Interessierte eine detaillierte Karte mit verkehrsrelevanten Informationen auf. Markierungen zeigen an, wo der Verkehr fließt, stockt oder stillsteht. Kartenbasiert stehen Detailinformationen zu Baustellen oder auch Live-Webcams von Autobahnanschlussstellen und -kreuzen sowie von der Rheinbrücke bereit. Das Informationsportal soll sukzessive mit Informationen des Verkehrsverbundes, Car Sharing-Angeboten, Radrouten und Taxiständen ausgebaut werden.

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