Arbeitsprozesse

Agile Unternehmenskultur aufbauen.

Viele Organisationen wurden von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie auf dem falschen Fuß erwischt. Durch den Aufbau einer agilen Unternehmenskultur lassen sich künftig schmerzhafte Rückschläge vermeiden. 

* Von Kristina Ghalari

Bezogen auf die Corona-Pandemie zeigt sich ganz deutlich ein Unterschied darin, wie Unternehmen auf die Herausforderungen reagieren: Manche Unternehmen stellten ihre Produktion blitzschnell auf kurzfristige Kundenbedarfe um, andere ließen «alles beim Alten» und verzeichneten einen teils drastischen Umsatzrückgang. 

In einigen Organisationen wurden die Mitarbeiter, technisch gut ausgerüstet, ins Home Office entsendet – ohne einen Verlust an Effektivität; in anderen saßen die Beschäftigten schlecht ausgestattet zuhause oder mussten starke Einschränkungen am Arbeitsplatz auf sich nehmen, obwohl ihre Tätigkeit eigentlich für mobiles Arbeiten prädestiniert ist.  

Dynamische Unternehmen nutzten die Zeiten der geringeren Auslastung im Tagesgeschäft produktiv, indem sie grundlegende Probleme aktiv anpackten; andere Organisationen hingegen verfielen in Schockstarre und verließen sich einzig auf die Hoffnung, dass bald wieder die gewohnte Normalität zurückkehren werde. 

Die Erwartung, dass bald wieder zu gewohnten Mustern zurückgekehrt werden kann, ist in einer zunehmend volatilen Welt jedoch trügerisch. Die Rahmenbedingungen verändern sich schneller, das Konsumentenverhalten variiert entsprechend dem gesellschaftlichen Wandel und dem privaten Nutzungsverhalten digitaler Medien. Darauf müssen Unternehmen unmittelbar reagieren, wenn nicht sogar besser selbst den Wandel mitgestalten.

Umgang mit Herausforderungen.
Wie erklärt sich der teils eklatante Unterschied zwischen den Unternehmen beim Umgang mit Herausforderungen und den sich schnell verändernden Rahmenbedingungen? In erster Linie nicht etwa – wie vielfach angenommen – durch den Grad der Digitalisierung von Geschäftsprozessen oder der technischen Ausrüstung, sondern durch den weichen Faktor der Unternehmenskultur. Denn diese ist die Basis für den Umgang mit Herausforderungen und Situationen, die eine schnelle Reaktion erfordern. Sie ist eine für den Markterfolg und die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen immer entscheidender werdende Stellschraube. Erst auf dem Fundament einer optimalen Kultur bilden sich die dazu passenden Strukturen und Prozesse, inklusive der technischen Ausstattung wie etwa der Digitalisierung, ebenso wie der Führungsstil und die Art der Zusammenarbeit. 

Strukturierte Herangehensweise.
Häufig wird die Unternehmenskultur und das damit einhergehende Wertegefüge in einem Unternehmen von Entscheidungsträgern als softer Faktor belächelt. Übersehen wird dabei aber, dass laut einer Studie des bundesdeutschen Ministeriums für Arbeit und Soziales rund 30 Prozent des finanziellen Erfolgs auf verschiedene Aspekte der Unternehmenskultur zurückgeführt werden können.

Die meisten Mitarbeiter haben zwar ein gutes Gespür oder Bauchgefühl dafür, welche Kultur und Werte in ihrer Organisation vorherrschen. Um sich aber tatsächlich proaktiv mit Unternehmenskultur und deren Transformation beschäftigen zu können, muss unbedingt ein tieferes Verständnis hergestellt werden – sowohl bezüglich der Kultur an sich als auch im Hinblick auf den unmittelbaren Zusammenhang zwischen der gegebenen Kultur und den wichtigsten Organisationsbausteinen. 

Zu letzteren zählen beispielsweise «Strukturen», «Prozesse und Systeme», «Führungsstil» sowie «Art der Zusammenarbeit». Außerdem ist es in der Praxis essentiell, die Kultur immer im Hinblick auf die jeweiligen Marktgegebenheiten sowie die eigene Unternehmensvision und -strategie zu bewerten.

Um die Unternehmenskultur und die Werte konkret sichtbar und reflektierbar zu machen, empfiehlt sich die Nutzung eines Kulturmodells. Auf dessen Basis wird  

  • die aktuelle Unternehmenskultur erhoben, 
  • die unternehmensspezifische Ziel-Kultur abgeleitet und dargestellt sowie
  • die Differenz zwischen aktueller und Ziel-Kultur ermittelt.

Begonnen wird mit einer Online-Befragung der Mitarbeiter.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Druck- und Digitalausgabe Nr. 3/2020. Hier bestellen. Wenn Sie nicht die gesamte Ausgabe bestellen möchten, können Sie den Beitrag auch als Einzelartikel bestellen. Hier bestellen.

* Kristina Ghalari ist seit 2015 als Managerin bei der Allfoye Managementberatung auf die Kulturentwicklung und deren Organisationsauswirkungen spezialisiert und verficht mit Herzblut die Relevanz und Wichtigkeit der sogenannten soften Faktoren in Unternehmen. Zuvor arbeitete sie zehn Jahre im Projektmanagement verschiedener Unternehmen. 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net

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