telekommunikationsbranche

Analysefabrik bei United Internet.

Genügen die klassischen Data Warehouses noch den hohen Ansprüchen von Big Data-Anwendungen? Nein – das zeigt zumindest ein konzerninterner Innovationsansatz bei United Internet. 

 

Der Telekommunikationskonzern United Internet, bekannt vor allem durch seine Verbraucherangebote unter Markennamen wie 1&1, GMX oder WEB.DE, wuchs seit seiner Gründung 1988 durch Ralph Dommermuth in erster Linie durch seine Innovationskraft: Im vergangenen Jahr etwa stieg der Umsatz zweistellig um 10,5 Prozent; der Gewinn (EBITDA) schnellte gar um 17,3 Prozent in die Höhe. Immer wenn sich neue Märkte eröffneten – von E-Mail-Services bis Managed Hosting – ist der Anbieter mit Hauptsitz in Montabaur vorn dabei. 

So verwundert es nicht, dass das Unternehmen auch beim Thema Big Data neue Wege geht: Eine spezielle Abteilung, die «MediaFactory», kümmert sich als konzerninterner technischer Dienstleister um das analytische Management der riesigen Datenmengen – inklusive deren Verbindung zu den klassischen Business Intelligence-Anwendungen beispielsweise im Finanzwesen oder Marketing. 

Dabei liefert die MediaFactory sowohl Web Analytics für die Internet-Portale, bei denen allein rund zehn Milliarden Page-Impressions monatlich anfallen, als auch Ad-Server-Analytics für die Messung der Reichweiten von Online-Kampagnen (zirka 50 Milliarden Auslieferungen pro Monat). Flankierend erstellen die Experten dafür auch pseudonyme Nutzerprofile (User-Profiling) als Basis für eine zielgruppengerechte Werbung. Hier wird der gesamte Datensatz von etwa 120 Millionen Profilen täglich aufgefrischt. Hinzu kommt spezielle CRM-Analytics für das B2B-Geschäft mit für Marketing-Agenturen und großen Werbekunden wie zum Beispiel der Otto Group oder McDonald’s. 

Wie aber löst die MediaFactory die Aufgabe, derartig riesige Datenmengen sauber zu verwalten und zu verteilen? «Auf Gebieten wie beispielsweise Analyse und Reporting von Prozesskommunikation gibt es wachsende Herausforderungen, die typisch für die Internet-Branche sind», sagt Dr. Uwe Schneider, federführender Expert Data Architect. 

Die alte Lösung, basierend auf einem klassischen Data Warehouse-Ansatz mit einer selbstentwickelten Reporting-Lösung, stellte sich angesichts der gewachsenen Informationsmenge und Managementanforderungen als Flaschenhals heraus. «Wir mussten die Funktionalität der Lösungen mit mehr logischen Dimensionen nachhaltig verstärken und die fachliche Aufbereitung für Bereiche wie etwa das Produktmanagement verbessern. Bei den an die Kunden versandten E-Mails galt es, schneller unterscheiden zu können, ob diese zum Beispiel nur geöffnet oder tatsächlich auch Inhalte angeklickt wurden», betont Schneider. 

Radikaler Schnitt im Data Warehouse. 
Dabei ging die MediaFactory einen ungewöhnlichen Weg: Die traditionelle BI-Standardarchitektur, die auf einem zentralen Data Warehouse (DWH) als Dreh- und Angelpunkt aufbaute, wurde gezielt durch ein schlankes, operatives Enterprise Data Warehouse für Massendaten ersetzt. Diese neue Schaltstelle arbeitet auf der Basis der Big Data-Software Hadoop. «Damit lassen sich Massendaten kostengünstig speichern und kompromisslos granular auswerten», sagt der MediaFactory-Experte

Die Business Intelligence-Plattform MicroStrategy, die United Internet seit vielen Jahren einsetzt, greift jetzt direkt auf das leistungsfähige Hadoop-System zu. Früher ging jede Analyseanfrage erst einmal auf das traditionelle Data Warehouse, ehe Hadoop zum Zuge kam. «Das neue System läuft viel schneller und funktioniert tipptopp», sagt Schneider.  

Technisch funktioniert die innovative Lösung des direkten Zugriffs von BI auf Hadoop unter anderem deshalb so gut, weil zentrale Prozesse der Standarddatenverarbeitung von Massendaten, die sogenannten Batch-Jobs, von den BI-Analysen abgetrennt und in einen eigenen Bereich («Cluster») gestellt wurden. 

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Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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