Bahn

Bahn mit Analytics-Schub.

Verspätungen, Sanierungsstau, wachsende Konkurrenz – die Bahn in Deutschland kämpft mit großen Herausforderungen. Business Intelligence hilft: zum Beispiel beim Management der Stationen.  

Die DB Station&Service AG ist Europas größter Bahnhofsbetreiber. Als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutsche Bahn AG betreibt sie rund 5‘400 Personenbahnhöfe, an denen täglich mehr als 18 Millionen Menschen ein- und aussteigen. 

Eine Schlüsselrolle spielt der Konzernbereich Operations, der unter anderem die Services am Bahnhof, die Reinigung und die Sicherheit, aber auch den Winterdienst und die Übermittlung der Reiseinformationen verantwortet. Das Management vor Ort sieht sich dabei vielen unterschiedlichen Herausforderungen gegenüber: Qualität und Kosteneffizienz müssen gesichert und die Kosten- und Leistungsplanung erstellt werden; die unterjährige Steuerung steht genauso auf der Tagesordnung wie die Beauftragung von Dienstleistern.

Diese hohen Anforderungen sollten mithilfe eines neuen, umfassenden Business Intelligence-Systems erfüllt werden: durch eine interne Steuerung, die dynamisch und prompt statt in festen Formaten zu bestimmten Zeitpunkten erfolgt; eine zielgruppenspezifische, individuelle Ansprache und Darstellung der Inhalte – trotz der nahtlosen Standardisierung von Datenmanagement und Frontend. 

Strategische Steuerung.
Christoph Reichelt, Projektleiter und Leiter «Grundsätze Operations, Planung und Steuerung» bei DB Station&Service, wollte «eine ganzheitliche Lösung, die eine komplette Abbildung unserer strategischen Steuerung in allen Steuerungsdimensionen bietet, die Dynamik hinsichtlich Zeit und Nutzer ermöglicht und zusätzlich auf einem homogenen Datenmanagement als Grundlage aufbaut.»

Diese Vorgaben waren ein wesentlicher Teil des strategischen Transformationsprozesses im Konzernbereich Operations. Dessen Beginn fußte auf einem neuen Steuerungskonzept, das mittels einer Balanced Scorecard (BSC) in einer BI-Lösung abgebildet werden sollte. 

Für die Realisierung benötigte das Unternehmen eine Plattform, die nicht nur strategische Steuerungsmodelle wie etwa die BSC und Dashboards integrieren kann, sondern auch Daten aus unterschiedlichsten Quellen und in verschiedensten Formaten zusammenführt und in Echtzeit zur Verfügung stellt. Für ein möglichst dynamisches Berichtswesen sollte außerdem die Dateneingabe und Kommentierung möglich sein.

Predictive Analytics.
Nachdem sie mehr als ein Dutzend Lösungen evaluiert hatte, entschied sich die DB Station&Service AG für die Plattform des Softwareanbieters Board, die Business Intelligence, Performance Management und Predictive Analytics nahtlos integriert. Ein wichtiges Kriterium war unter anderem die Möglichkeit des Rückschreibens der Daten in die Vorsysteme. 

Im späteren Projekt wurden aus vielen unterschiedlichen Quellen Daten aus den Bereichen Finanzen, Prozesse, Kunden und Innovation in der Board-Datenbank zusammengeführt und aggregiert. Dadurch sind alle Informationen zentral in dem Programm mit wenigen Klicks aufrufbar. Für die Darstellung von Früh- und Spätindikatoren laufen im Hintergrund spezielle Berechnungen ab. 

Anhand eines auf Kennzahlen basierenden Ampelsystems sind die Handlungsbedarfe unmittelbar erkennbar. Und die Analyse für mögliche Maßnahmen zur frühzeitigen Gegensteuerung kann direkt vor Ort beginnen. Ein Beispiel ist das Management der  Schließfächer: Der Frühindikator ihrer Verfügbarkeitsquote erlaubt eine Prognose über den Spätindikator – die Erträge aus deren Nutzung für den darauf folgenden Monat.

In weiteren Projektschritten sollen detaillierte Funktionen wie das Hinterlegen von Maßnahmenplänen oder deren qualifizierte Kommentierung hinzugefügt werden. Zudem soll die Zahl der Anwender sukzessive ausgebaut werden. 


Praktischer Kundennutzen.
Davon verspricht sich der Bereich Operations zum einen noch mehr Dynamik und eine schnellere Reaktionsfähigkeit, zum anderen sollen damit neue Anwendungsbereiche wie Kostenstellenplanung oder rollierende Forecasts erschlossen werden. «Die Anwendung unterstützt uns vor allem bei der Integration von Analyse und Reporting mit zukunftsgerichteten Funktionen wie Prognose und Planung: Wir arbeiten mit ein- und demselben Werkzeug durchgängig für alle Aufgaben und werden durch Kommentierung und Workflows optimal unterstützt», betont Reichelt.

Einen sehr großen Nutzen erzielt die DB-Tochter zudem, weil der strategische Steuerungsprozess komplett digital durch tagesaktuelle Daten in unterschiedlichsten Dimensionen abbildbar ist. Auf der Basis der daraus gewonnenen Erkenntnisse können  Maßnahmen ergriffen werden, um die festgelegten Ziele zu verfolgen.

Die Implementierung erfolgte im Rahmen eines Coaching-Verfahrens: Das DB-Team übernahm das Projekt und einen großen Teil der Aufgaben selbst – unter Anleitung der Consultants des Softwarelieferanten. Da das programmierfreie Board-System leicht zu administrieren und sehr flexibel ist, wird der weitere Ausbau der Lösung künftig in eigener Regie vorgenommen.

 

Profil: DB Station&Service AG 
Unternehmenssitz: Berlin
Branche: Verkehr
Bahnhöfe: 5‘400
Investitionen: 940 Millionen p.a.
BI-Lösung: Board

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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