Online-Klassenbuch

Blockchain in der Bildung.

Allen Unkenrufen zum Trotz: Die Blockchain-Technologie bietet immer mehr Nutzen – auch für die Organisation von Schulen.

Was macht die Blockchain für Organisationen nutzbringend? Die Experten Sven Lau, Alexander Papezik und Martin Schreiber vom IT-Dienstleister Trivadis verdeutlichten dies auf dem jüngsten «Swiss Innovation Forum» in Basel anhand einer Transaktionshistorie, einer versuchten Fälschung inklusive: Wer etwa versucht, einen älteren Datenblock zu verändern, kreiert damit einen neuen Zweig an der Blockchain. Dieser hat allerdings keine Chance, verifiziert zu werden und somit zu «überleben», da immer nur die längste Kette an Blöcken als valide anerkannt wird. 

Als mögliches Anwendungsbeispiel stellten die Trivadis-Fachleute ihr bereits mehrfach ausgezeichnetes Projekt «Students on the Blockchain» vor. Dabei geht es darum, Klassenbücher und Notenhefte zu digitalisieren und sie zeitgleich in die Blockchain einzufügen. 

Entstanden sei die Idee, so berichtete Sven Lau, durch die Erzählung seiner Tochter über das einmal mehr verschwundene Klassenbuch: Als sie ihm erklärte, was im Klassenheft stehe und wofür es gut sei, dachte er sofort an die Blockchain. Denn es werden sensible personenbezogene Daten dokumentiert, wie zum Beispiel Fehltage durch Krankmeldungen, das Verhalten von Schülern und deren Noten.

 

Unveränderbar und fälschungssicher.
Das war die Geburtsstunde des Vorhabens, auf der Basis der Blockchain ein elektronisches Klassenbuch zu entwickeln, das nicht mehr verschwinden kann. 

Wenn die Note eines Schülers dort eingetragen wird (technisch also in die Blockchain-Datenbank) hat das gegenüber einer herkömmlichen Datenbank den Vorteil, dass die Einträge  unveränderbar sind. 

Gleichzeitig aber muss die EU-Datenschutzgrundverordnung eingehalten werden, zum Beispiel das Recht auf das Vergessenwerden.

Diese Herausforderung lösten die Trivadis-Experten durch eine Verschlüsselung mittels Hashing. Bei diesem Vorgang werden Formeln über die Einträge gelegt, mit denen diese in individuelle Nummernketten, sogenannte Hash-Werte, umgewandelt werden. Sie können nicht verändert werden, und auch Rückschlüsse auf die Ausgangswerte sind nicht mehr möglich. 

Diesen Schutz gegen Fälschungen illustrierten die Trivadis-Fachleute anhand eines Theaterstücks: Ein Zuschauer, der die Person des Schülers verkörperte, wurde hinter eine Wand geführt – das Symbol für den Vorgang des Hashings. Hervor kam ein Teddybär, der den gehashten Eintrag in der Blockchain darstellte. Auch bei jedem weiteren Hashing kam ein Teddybär hervor: immer der gleiche Eintrag, nicht verändert, aber verschlüsselt.

Als im Finale des Theaterstücks der den Schüler in der Datenbank verkörpernde Teilnehmer durch eine andere Person ausgetauscht wurde, kam beim nächsten Hashing statt des Teddybärs ein schwarzes Plüschpferd hervor: als Sinnbild, dass der Eintrag verändert wurde.

 

Einsicht für die Eltern.
Ein derartiges Online-Klassenbuch in der Blockchain bietet zahlreiche Vorteile sowohl für die Schulverwaltung als auch die Lehrer: Durch die Blockchain-Technologie entstehen keine neuen Insellösungen mehr, und die Schulen könnten miteinander interagieren. Die in der Blockchain abgespeicherten Daten sind fälschungssicher und können nicht vernichtet werden. 

Auch für die Eltern ergäben sich zahlreiche Vorteile: Sämtliche Eintragungen über ihr Kind im Klassenbuch sowie dessen Schulnoten lassen sich digital mithilfe einer mobilen App anzeigen. Zudem können sie den Klassenschnitt einsehen und damit die Leistung ihres Kindes besser einschätzen. Selbst eine Krankmeldung mittels App wäre möglich.

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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