CEO-Umfrage

Brain-Change.

Technologische Herausforderungen wie Business Analytics oder Automatisierung stehen, so eine Umfrage, im Fokus internationaler Konzernchefs. Finanzen oder Kultur verlieren als Themen an Bedeutung.

Frage: Was haben so unterschiedliche Topmanager wie General Motors-CEO Mary Barra, Axa-Chef Thomas Buberl oder Eric Jing, CEO der chinesischen Ant Financial Services Group, gemeinsam? Antwort: Ihre Aufmerksamkeit gilt zum größten Teil und zunehmend den technologischen Herausforderungen und Aufgaben in ihren Unternehmen – von Business Analytics über Automatisierung bis hin zu Robotisierung.

Diese Einschätzung belegen nun die Ergebnisse einer Umfrage unter 800 CEOs verschiedener Branchen in acht Ländern durch das Korn Ferry Institute – einer Tochter der renommierten gleichnamigen internationalen Personalberatung.
Gemäß der kürzlich erschienenen Studie «The trillion-dollar difference» haben die Technologie- und Innovationsthemen zum Beispiel hinsichtlich der Führungskompetenz von Topmanagern ganz eindeutig Vorrang. Das Verständnis für die organisatorische Transformation durch Technologie wird als am wichtigsten angesehen, gefolgt von technologischem Wissen, Innovationsfähigkeit und Technikvermögen (siehe Tabelle rechts auf Seite 11). Die klassischen Führungsaufgaben, etwa aus den Bereichen Finanzen, Vertrieb und Wachstum, Kundenverständnis und Personal- sowie Kulturkompetenz, folgen erst danach.

Strategische Priorität der Technologie.
Für die Studie wurden Topmanager aus acht Ländern (USA, China, Indien, Australien, Brasilien, Großbritannien, Frankreich und Südafrika) befragt. Ihre Kollegen aus dem deutschsprachigen Raum wurden zwar leider nicht interviewt, doch die Ergebnisse sind so eindeutig, dass sie  – auch wenn Unternehmen im D-A-CH-Raum etwa bei der  Adaption innovativer IT-Technologien traditionell etwas zögerlicher sind als etwa in den USA, China oder Großbritannien – einen grundlegenden, weltweiten Trend aufzeigen.

Dies gilt umso mehr, als die Unternehmen im D-A-CH-Raum in der jüngsten Zeit erheblich offener geworden sind – von ihrem großen Vorsprung bei der Automatisierung und Robotisierung etwa in den Fertigungsbranchen ganz zu schweigen.
Für die befragten Topmanager ist die Technologie heute bereits von derart zentraler Bedeutung für ihr Denken und Handeln geworden, dass sie nach eigenen Angaben 40 bis 60 Prozent der Prioritäten im Rahmen ihrer strategischen Fokussierung, ihrer Finanzentscheide und ihrer Arbeitszeit beansprucht.

Korn Ferry-Experte Hubertus Graf Douglas beschreibt den Wandel so: «CEOs und Topmanager haben vor allem eine Priorität: Ihr Unternehmen fit für das anstehende digitale und technologische Zeitalter zu machen. Es geht darum, die Geschäftsmodelle und Produkte der Zukunft zu finden, mit denen auch tradierte Unternehmen weiterhin im Wettbewerb bestehen und Arbeitsplätze sichern können. Viele bauen ihre Digital- und Technologiekompetenz an der Spitze gerade erst auf. Das bindet sie zeitlich heute deutlich stärker ein als noch vor fünf Jahren.»

Gefragt wurden die CEOs außerdem nach den heute wichtigsten Assets in ihren Unternehmen. In den Antworten findet sich auch hier die Technologie an oberster Stelle wieder.

Diese Priorität wird sich, nach den Aussagen der Befragten, auch in fünf Jahren nicht ändern. Das Unterthema «Backoffice-Infrastruktur» weicht dann an der Spitze lediglich dem Gebiet «Produkt- und Kundenkanäle».

Darüber hinaus wird laut der Umfrage Innovation samt Forschung & Entwicklung für die Unternehmenschefs in fünf Jahren noch wichtiger sein: Während sie diesen Faktor heute nur auf dem fünften Rang  einordnen, wird er aus ihrer Sicht zukünftig das zweitwichtigste Asset von Unternehmen sein. Dem folgen erst auf den Plätzen drei und vier Produkte/Services und Marke, auf Rang fünf folgt Grundbesitz und Immobilien.

Überraschend erscheint der steile Absturz des Faktors Kultur, der von Platz drei ganz aus der Topliste herausfällt. Zwar sagt gut die Hälfte der CEOs, dass die Menschen auch künftig ein maßgeblicher Werttreiber und Wettbewerbsvorteil der Unternehmen sein werden.

Doch sind sich 67 Prozent sicher, dass die Technologie künftig einen größeren wirtschaftlichen Wert kreiert als Humankapital; für 63 Prozent ist sie sogar die wichtigste Quelle künftiger Wettbewerbsvorteile. 44 Prozent der Leiter großer Organisationen sagen zudem, dass die Vorherrschaft von Robotern, Automatisierung und künstlicher Intelligenz die Menschen in der Arbeitswelt «weitgehend irrelevant» machen wird.  


 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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