Automobilbau

Data Lake-Einsatz bei VW.

Über das neue Konzept «Data Lakes» wird aktuell viel diskutiert. Der Volkswagen-Konzern zeigt in seiner slowakischen Niederlassung, dass es die Produktionsprozesse in vielen Bereichen deutlich verbessert.

In keinem Land der Welt werden so viele Autos pro Einwohner produziert wie in der Slowakei. Drei Hersteller (VW, PSA, Kia) fertigen seit Jahren bereits auf Hochtouren, ein weiterer (Jaguar Land Rover) kam 2018 hinzu. 

Die Paradepferde des Landes sind die Fertigungsstätten von Volkswagen Slovakia. In Bratislava wird unter anderem der Audi Q7 gebaut. Unter ihrem Dach verfügt diese Fabrik nach Angaben von VW über eine äußerst große Anzahl an industriellen Robotern und das branchenweit höchste Niveau von Automatisierungsprozessen nach dem «Industrie 4.0»-Prinzip. 

Die Basis dafür sind laut Hans-Christian Heidecke, CIO von Volkswagen Slovakia, die schnelle Verfügbarkeit aller Informationen eines Produktionsprozesses, eine hohe Datenqualität und exzellente IT-Sicherheit. Diese Faktoren seien besonders wichtig, weil die Flut an verfügbaren Daten rasant anwachse. «Es besteht ein großer Bedarf, diese Daten in sinnvolle Informationen zu überführen», sagte Heidecke auf der TDWI-Konferenz in München. 

Volkswagen Slovakia verwendet dafür die innovative IT-Technik der Data Lakes, bei der Rohdaten mit hoher Geschwindigkeit verarbeitet werden (siehe auch Seite 6). Dieses Verfahren hilft, nicht nur die IT-Probleme in der Produktion zu reduzieren, sondern auch Roboterstörungen im Fertigungsprozess vorhersagen und die Umwelteinflüsse auf den Lackierprozess mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) einschätzen zu können. 

Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Übergang von Big-Data- zu Smart-Data-Analysen. Heidecke: «Alle Parameter werden in einer Korrelationsmatrix mit den Daten aus dem Data Lake hergestellt.» Korrelationen, die finanziell relevant sind und einen gewissen Schwellwert übersteigen, macht das System automatisch ausfindig. 

Der Erfolg lässt sich sehen: Die durchschnittliche Zahl der IT-Störungen sank an allen Arbeitstagen um mehr als 50 Prozent. Für die Vorhersage von Roboterproblemen werden die verschiedensten Daten ausgewertet, von der Anlagensteuerung bis hin zu Reparaturberichten. Und im Lackierprozess liegt die Prognosegenauigkeit der Algorithmen, die Messwerte wie Luftdruck, Temperatur oder Feuchtigkeit verarbeiten, bei 82 Prozent.

 

Profil: Volkswagen Slovakia
Hauptsitz: Bratislava
Umsatz: 7,6 Milliarden Dollar
Mitarbeiter: 12’300
Gebaute Autos: 389’000 p.a.
Gefertigte Komponenten: 33,3 Millionen p.a.

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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