Karger

Digital Workplace & vernetzte «Circles».

Der traditionsreiche Schweizer Wissenschaftsverlag Karger transformiert sich vom klassischen Medienbetrieb zu einem Anbieter vielseitiger Informationsdienste. Ein zentrales Werkzeug dabei ist der Digital Workplace, der in enger Kooperation mit dem IT-Dienstleister Trivadis entwickelt wurde.

Seit 1890 ist der Karger Verlag ein gefragter Partner für wissenschaftliche Publikationen, vor allem in der Medizin. Forscher aus aller Welt reichten allein 2018 fast 19‘000 Fachartikel ein. Das Familienunternehmen, mit Hauptsitz in Basel und Niederlassungen in 15 Ländern, produziert mit 240 Mitarbeitenden und rund 15‘000 externen Fachleuten jährlich mehr als 100 Zeitschriften sowie rund 30 Bücher. 

Von den Zeitschriften stehen mittlerweile 25 frei im Internet zur Verfügung. Diese neue Vertriebsform heißt im Fachjargon «Open Access» und wird immer populärer. «Karger begrüßt die spannenden Entwicklungen im Bereich von Open Access und Open Research und gestaltet aktiv neue Beziehungen mit Bibliothekaren, Forschern und Forschungsförderern», sagt CEO Daniel Ebneter.

Services ergänzen Verlagsgeschäft.
Gleichzeitig bemühe man sich, auf die Bedürfnisse und Interessen aller Stakeholder einzugehen: «Wir überprüfen ständig, wie wir sie am besten unterstützen können», so Ebneter. 

Für die Wissenschaftler, die zunehmend im Internet veröffentlichen und dafür kompetente Publishing-Partner wie Karger brauchen, sind derartige vertrauensbildenden Aussagen wichtig. Denn die Beziehungen zwischen beiden Seiten sind eng: Der Verlag veröffentlicht nicht nur die Inhalte, sondern die Wissenschaftler nutzen auch die umfangreichen Karger-Datenbanken für ihre Recherchen. 

Diese Erweiterung des klassischen Verlags hin zu einem umfassenden Anbieter digitaler Informationsdienstleistungen  vollzieht das Basler Unternehmen auf vielfältige Weise. Unter dem Namen  «Karger Research» versorgt der Karger Verlag medizinische Forschungsinstitutionen in aller Welt mit innovativen Services  bereits in der Planungs- und Ausführungsphase ihrer Forschungsprojekte.

Beispielsweise betreibt der Verlag eine strategische Partnerschaft mit Quertle Inc., einer preisgekrönten Analysefirma, die eine KI-basierte Suchmaschine für Biomediziner zur visuellen Analyse großer Mengen von Forschungsarbeiten entwickelt hat.  

Das Verlagshaus will vermehrt Dienstleistungen entlang des gesamten Wissenskreislaufs anbieten – von der Planung der Experimente bis zum Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse an Fachpersonal im Gesundheitswesen, Patienten und Pflegende. Die Zielsetzung lautet «Connecting and Advancing Health Sciences». Und Gabriella Karger, Verlegerin in vierter Generation, betont: «Wir stellen die Kunden, Partner und Mitarbeitenden mehr denn je ins Zentrum all unseres Handelns.»


Kommunikation als Schlüssel.
Um alle Beteiligten besser vernetzen zu können, müssen intern die organisatorischen und technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Die Zusammenarbeit und Kommunikation spielt laut Geschäftsleitung hierbei eine Schlüsselrolle.
Die Zielvorgabe von CEO Ebneter lautet, dass vermehrt «abteilungs- und geschäftsbereichsübergreifend» gearbeitet werden soll. Das gesamte Unternehmen wird umgebaut.
Das kommt einer Revolution gleich. Denn bislang wurde Karger als Familienunternehmen eher top-down geführt. Eine veraltete, starre IT- und Kommunikationsinfrastruktur erlaubte es nicht, die Informationen im Unternehmen in Echtzeit zu teilen. Alle Mitarbeitenden auf denselben Wissensstand zu bringen, war eine große Herausforderung. Es fehlte ein zentraler digitaler Ort, über den sowohl das Management als auch die Belegschaft interaktiv miteinander kommunizieren konnten.
Für ein weltweit tätiges Unternehmen wie Karger war es darüber hinaus extrem aufwendig, die elementar wichtigen Abstimmungen in den internationalen Teams zu koordinieren. Die E-Mail-Kommunikation stieß an ihre Grenzen. Auch konnte die Historie von Projekten nicht angezeigt werden, und die Informationen aus verteilten Dokumenten mussten händisch zusammengeführt werden. «Im Unternehmen fehlte es an Interaktivität, es gab vor allem Top-down-Informationen», sagt Karger-COO Andre Janssen.

Umbau zu «Circles».
Deshalb sollen die dafür verantwortlichen internen Barrieren zwischen Hierarchienebenen und Abteilungen abgebaut werden. Janssen: «Um in der digitalen Welt bestehen zu können, müssen wir weniger top-down und mehr nach dem Prinzip 'Bottom-up, Middle-out, Top-down' handeln.»
In der neuen Organisation gibt es nun «Circles», in denen Mitarbeiter, Manager und Stakeholder aus verschiedenen Unternehmensbereichen zu Themen wie etwa «Customer Experience» oder «Operational Excellence» mitarbeiten. Sie sind netzartig angeordnet und stehen miteinander in einem möglichst regen Austausch. «Dieser Wechsel von der Standardhierarchie zu einer agilen Organisation mit selbstgesteuerten Teams soll es allen Mitarbeitenden ermöglichen, schnellere und bessere Entscheidungen zu treffen, und die Geschäftsprozesse werden viel schneller», sagt CEO Daniel Ebneter.


   

 

Schaffung eines Digital Workplace.
Grundlage für den Umbau ist eine individuelle Kommunikationslösung, die das Verlagshaus in enger Kooperation mit dem IT-Dienstleister Trivadis entwickelte: den Karger Publishers Digital Workplace. Dessen erste Version wurde flexibel angelegt, um Spielräume für die weitere Vorgehensweise zu haben. Innerhalb weniger Monate ging das System in Betrieb.
Der Digital Workplace ist nicht nur eine Webplattform, sondern eine personalisierte, mehrsprachige Arbeitsumgebung an allen Standorten des Verlages. Besonders begeistert ist die Belegschaft vom «Karger Hub»: einer zentralen Lösung, bei der interne und externe Informationen geteilt werden, aufgebaut aus verschiedenen Kanälen, die individuell zusammengestellt werden können. In Nachrichten und Blogs werden Informationen direkt an die Mitarbeitenden geleitet, die dazu Feedback geben können – über alle Ebenen hinweg und wahlweise auf Deutsch oder Englisch. Öffentliche Social Feeds wie zum Beispiel von LinkedIn sind integriert.  
Den wirtschaftlichen Nutzen steigert der Digital Workplace in drei Bereichen: Inhaltsverteilung, Zusammenarbeit und Personalisierung. Denn die neue Form der Zusammenarbeit läuft nicht nur mittels Nachrichten, sondern auch auf der Grundlage geteilter Inhalte, die in gemeinsamen Dokumenten bearbeitet werden.
Dadurch fördert die Lösung die Interaktivität und beschleunigt die Geschäftsprozesse. «Sämtliche Mitarbeitenden können von überall aus zusammenarbeiten. Sie haben von einem Punkt aus Zugang zu allen Informationen – und zwar nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit», sagt COO Andre Janssen.

Transformation mit Digital Workplace.
Insofern ist die neue Technologie ein wesentlicher Teil des Transformationsprozesses bei Karger. «Der Digital Workplace ist die zentrale Schlüssellösung, die uns ermöglicht, auf Informationen, Verteilung und Zusammenarbeit zu bauen. Zusätzlich werden auch Tools wie etwa Office 365, Power Apps und Power BI bereitgestellt und diese einfach in die Workflows von Karger integriert», unterstreicht CEO Daniel Ebneter die Fortschritte.
Und der Geschäftsleiter schaut bereits weiter: Für ihn ist der Digital Workplace «ein Grundstein für neue Wege der Kommunikation und Zusammenarbeit bei Karger. Er wird uns helfen, noch agiler, innovativer und effizienter zu werden.»

 

 

 

Profil: S. Karger AG
Unternehmenssitz: Basel
Branche: Wissenschaftsinformationen
Verarbeitete Fachartikel 2018: 19'000
Mitarbeitende: 250
Wissenschaftliches Netzwerk: 15‘000
BI-Lösung: Trivadis

 

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
© ProfilePublishing Germany GmbH 2019. Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der ProfilePublishing Germany GmbH

Business Intelligence Magazine: Springe zum Start der Seite