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Digitale Transformation: ganzheitlich angehen.

Wenn Unternehmen das Konzept einer „Information Supply Chain“ verfolgen, sollten sie es nach Meinung des Forschungsinstituts Tech Consult ganzheitlich angehen. Ein europäischer Vergleichsstandard kann dabei helfen.

Wie die Kasseler Forscher ausführen, stellt eine „Information Supply Chain“  – analog zur Supply Chain in der Produktion – die „Kette“ dar, in der sich Informationen durch die Unternehmen bewegen. Dabei sind auf Seiten der IT-Systeme verschiedene Softwarelösungen betroffen, die Unternehmen in den Fokus stellen sollten, um den Informationsfluss und damit die Digitalisierung im eigenen Unternehmen voranzubringen (siehe auch BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE Nr. 3/2017, Seite 24 ff.). 

Alle in Unternehmen zum Einsatz kommenden Softwarelösungen lassen sich innerhalb der Information Supply Chain nach ihrer Funktion auf verschiedenen Ebenen verorten: Lösungen dienen der Datenbeschaffung, der Datenaufbereitung/-verarbeitung und der Datendistribution. Die Kette ist dabei als Netzwerk der Systeme zu verstehen, über das Daten im Unternehmen verteilt werden. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass Daten und Informationen zum zentralen Hebel für die digitale Transformation im Unternehmen werden.

Von der Idee her verwandte Teilkonzepte werden schon länger verfolgt; Stichworte sind das Aufbrechen von Anwendungs-/Datensilos, Datenintegration oder die Standardisierung von Schnittstellen. Information Supply Chain Management (ISCM) kann als komplementärer Begriff zur Vision der "Digitalisierung" verstanden werden, der mit dem Schwerpunkt auf die Praxis als klarer Umsetzungsvorschlag zu verstehen ist: Integrieren und managen Sie die Informationen ganzheitlich, die in Ihrem Unternehmen erhoben, verarbeitet und verteilt werden.

Die Experten von Tech Consult verweisen darauf, dass In der Industrie mit dem Product Lifecycle Management (PLM) bereits ein Vorgehensmodell etabliert ist, das Informationen entlang des Produktlebenszyklus aufnimmt. Dazu gehören unter anderem das Produktdatenmanagement (PDM), elektronisches Design (eCAD) oder Projektmanagement.

Was also bringt dann ISCM Neues, was hier nicht schon erfasst ist? ISCM geht über PLM hinaus, da auch produktferne Wertschöpfungsprozesse mit in das ganzheitliche Management integriert werden. So sind etwa Vertriebs- und Marketingprozesse im PLM nicht abgebildet, im ISCM aber aufgrund der wirtschaftlichen Relevanz ein wichtiger Aspekt. Angesichts von Bestrebungen im Rahmen der Digitalisierung, wie der Entwicklung des „digitalen Zwillings“ zu Produkten, muss der Fokus von der physischen Supply Chain hin zur digitalen Information Supply Chain wandern.

Die European Digital Entity Norm (EDEN), die von The Group of Analysts ins Leben gerufen und in Kooperation mit Tech Consult umgesetzt wurde, möchte die Status quo-Ermittlung unterstützen und Interpretationsansätze liefern, um Unternehmen auf dem Weg der digitalen Transformation zu begleiten. Die gleichnamige Studie richtet dabei den Blick auf Softwarelösungen, die entlang der Information Supply Chain eingesetzt werden. Auf dieser Grundlage bietet die EDEN-Level-Bestimmung unter www.edenstudy.com erste Anhaltspunkte für Unternehmen, die sich bisher noch nicht mit der Information Supply Chain auseinandergesetzt haben.

Unternehmen können sich mit den Ergebnissen der Studie vergleichen und ihren eigenen Digitalisierungsgrad ermitteln. Für diese Statusbestimmung wurde ein Bewertungsschema geschaffen, das  die Einschätzung der digitalen Lage im Unternehmen, die Umsetzung des ISCM sowie die Nutzung und Verarbeitung von Daten berücksichtigt. Interessierte Unternehmen können einen Selbsttest machen.

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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