Ökobranche

Digitaler Schub der Ökobranche.

Die Naturkosmetikindustrie zählt zu den Wachstumssektoren. Dabei spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Die Anwendungspalette reicht vom Dokumentenmanagement bis zur Produktion.

Das Wachstum ist beeindruckend: In den vergangenen zehn Jahren steigerten die Hersteller von Naturkosmetik allein in Deutschland ihren Gesamtumsatz auf rund 1,2 Milliarden Euro. Das sind bereits 8,5 Prozent des Gesamtmarkts. Und der Boom hat gerade erst begonnen. Laut einer Studie der DHC Business Solutions aus Saarbrücken, für die Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden, spielt dabei die Digitalisierung eine wichtige unterstützende  Rolle. 

In der betrieblichen Praxis stehen derzeit die Bereiche Vertrieb und Handel im Vordergrund – vor allem der Ausbau der Onlineshops und die Digitalisierung der Prozesse im Kundenservice etwa durch intelligente Assistenzsysteme. Die Digitalisierung der Produktions- und Qualitätsmanagementabläufe hingegen wird in den Unternehmen laut der Befragung bislang kaum thematisiert. 

Umso größer erachten die befragten Entscheidungsträger in der Naturkosmetikbranche den Bedarf digitaler Lösungen: Für fast 80 Prozent ist es im Management unterweisender Dokumente am vordringlichsten, für 68 Prozent im Management von Abweichungen und Korrekturmaßnahmen (CAPA-Management). 

Weniger hoch sind die Anforderungen an die Digitalisierung des Trainings und der Schulung von Mitarbeitern (45 Prozent) sowie des Risikomanagements (32 Prozent). Digitale Lösungen für die Audit-Prozesse, die Handhabung von Reklamationen und die Beziehungen zu den Lieferanten stehen mit jeweils nur 11 Prozent ganz unten auf der Dringlichkeitsliste.

Ein besonders wichtiger Bereich in der Naturkosmetikindustrie ist die Produktqualität. Sie wird durch Qualitätssiegel wie etwa Ecosert oder NaTrue reguliert. Zertifizierungen nach Standards wie beispielsweise die Verordnung «Gute Herstellungspraxis» («Good Manufacturing Practice» – GMP)  oder die EU-Kosmetikverordnung kommen hinzu. Die befragten Manager erwarten durch die Digitalisierung vor allem positive Effekte im Hinblick auf die Vereinfachung der Prozesse, eine verbesserte Transparenz und Entscheidungsfähigkeit sowie eine robustere Compliance. Nur eine Minderheit sieht weniger Reklamationen und weniger Aufwand bei den Audits.

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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