Controlling

Digitales Controlling mit System.

Effektivität und Effizienz lassen sich im Controlling mithilfe der Digitalisierung unmittelbar verbessern. Bei der Auswahl der Maßnahmen hilft die Nutzung eines Frameworks zur Performance-Steigerung.

* Von Christoph Mertens

Finanzexperten wissen: Das Controlling steht unter einem ungeheuren Effektivitäts- und Effizienzdruck. Seit seiner Etablierung in Unternehmen verfolgt es fortwährend das Ziel, die Leistung des Unternehmens und seine eigene zu verbessern. Deshalb werden die eingesetzten Prozesse und Lösungen regelmäßig hinterfragt – und bei Bedarf angepasst oder runderneuert.   

Wichtig dabei ist, dass die Anpassungen und Neuerungen grundsätzlich für sämtliche Bereiche des Controllings betrachtet werden – von der langfristigen Strategieentwicklung des Unternehmens über die jährlichen und monatlichen Steuerungsprozesse bis hin zu den Ad-hoc-Aufgaben und der Maßnahmenverfolgung.

In diesem Umfeld sollen die angestrebten Innovationen meist die Effizienz (also den Ressourcenverbrauch) oder die Effektivität (den Zielbeitragshebel) verbessern. Hierbei sind folgende Aufgabenbereiche besonders relevant:

  • schnelle Managementinformationen für Geschäftsleitung und Aufsichtsrat, 
  • eine schlanke Administration, die den Effizienzdruck auf alle kaufmännischen Prozesse kontinuierlich erhöht,
  • Veränderungen des Geschäftsmodells, die eine Adaption durch die Controlling-Prozesse und -Systeme verlangen, 
  • die Anpassung der Finanzsysteme und -prozesse entsprechend der Gesetzesänderungen (unter anderem Compliance). 

Angesichts der mannigfaltigen Potentiale der Digitalisierung lassen sich diese – exemplarisch genannten – Herausforderungen weitgehend im CFO-Ressort lösen. Dabei ist es sinnvoll, die Handlungsfelder im Rahmen der digitalen Transformation und deren Trends im Wesentlichen in folgende vier Cluster einzuteilen:

  • Organisation und Menschen,
  • Prozesse und Automatisierung,
  • Daten und Analytik,
  • Infrastruktur und Technologie.

Gemäß dem vorhandenen Lösungshorizont und deren Clustern gilt es dann, für das Unternehmen die Digitalisierungsmaßnahmen mit dem besten Effizienz- und Effektivitätshebel auszuwählen. 

Standards und Tools für Prozesse.
Als internationaler Standard für ein derartiges Verfahren gilt das «Process Classification Framework» des American Productivity & Quality Centers (APQC). Diese Taxonomie ermöglicht einen objektiven Vergleich (siehe: https://www.apqc.org/). 

Darauf aufbauende spezielle Tools, wie etwa das «avantum Prozessperformance Improvement Kit» (aPPIK), erlauben es, die bestmöglichen digitalen Maßnahmen zu identifizieren, sie mit den aktuellen Digitalisierungstrends zu kombinieren und hinsichtlich ihres Steigerungspotentials in Sachen Effektivität und Effizienz zu bewerten – sowie gleich auch einen Lösungsansatz zu entwickeln. 

Bezüglich der Performance-Potentiale der Digitalisierungstrends unterscheidet das Tool aPPIK vier Kategorien, die sich aus der Performance-Potential-Matrix ableiten. Beispielsweise verbessert der Digitalisierungstrend der Kategorie I zeitgleich die Effizienz und Effektivität des Prozesses; wohingegen der Trend IV nur geringe Auswirkungen hat. 

Mithilfe dieses praxiserprobten Ansatzes lassen sich die geeigneten Digitalisierungsmaßnahmen zur Performancesteigerung in der Finanzorganisation sehr einfach herausfinden. Aus betriebswirtschaftlicher Erfahrung bietet es sich an, geeignete Prozesse auf einem aggregierten Betrachtungsniveau zu identifizieren. Die aPPIK-Matrix liefert vorausgefüllte Nutzenklassifikationen und Referenzfälle. 

Der CFO erhält durch die Analyse der Spalten die Informationen darüber, welche Digitaltrends für die Entscheidungen wichtig sind. Die Fokussierung auf die Zeilen verdeutlicht, welche Prozesse am stärksten betroffen sind. In einem zweiten Schritt können dann die Maßnahmen auf der Detailprozessebene erarbeitet werden.

Stehen am Ende die Maßnahmen fest, die den größten Hebeleffekt auf die Performance bieten, sind die Unternehmen bestens gerüstet für den nächsten Schritt im Rahmen der digitalen Transformation: die agile Maßnahmenumsetzung. Hierbei kann zum Beispiel das Hoshin-Kanri-Verfahren helfen. (siehe BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE Nr. 1/2018). 

 

* Christoph Mertens ist Manager bei avantum consult AG mit Sitz in Düsseldorf und leitet das Competence Center betriebswirtschaftliche Konzepte und Advanced Analytics. Er blickt auf über 12 Jahre Berufserfahrung im Konzerncontrolling und in der Beratung zurück. Christoph Mertens verfügt über umfassende Kenntnisse im CFO-Bereich und IT.

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net

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