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Erfolgsrezepte für Fusionen.

Wie können Fusionen besser gelingen? Ein gutes Beispiel dafür bieten Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Dies zeigt eine Umfrage von Horváth & Partners.

Fusionen versprechen zwar Synergien, stellen das Management aber vor große Herausforderungen: Innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums soll aus zwei oder mehreren Unternehmen eine Organisation mit einheitlichen Prozessen, Abläufen und Strukturen geschaffen werden. Während Zusammenschlüsse in den meisten Branchen mehrheitlich scheitern, erreichen drei von fünf Primärbanken (Genossenschaftsbanken und Sparkassen) ihre wesentlichen Fusionsziele. Eine Umfrage der Managementberatung Horváth & Partners unter mehr als 100 Führungskräften und Vorständen von Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenbanken im deutschsprachigen Raum zeigt, dass die größte Herausforderung in der Vereinbarkeit unterschiedlicher Unternehmenskulturen liegt.

Im Ergebnis indes sind die Fusionen in dieser Teilbranche erfolgreich: Mehr als ein Drittel der befragten Teilnehmer verwirklicht rund 70 bis 80 Prozent der festgelegten Fusionsziele und mehr als die Hälfte der Interviewten realisiert überwiegend alle Ziele. Damit sind Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenbanken deutlich erfolgreicher als Fusionen in anderen Branchen, obwohl die Ziele, die sich Institute bei dem Zusammenschluss setzen, ambitioniert sind. Mehr als jeder zweite Befragte hält Kosteneinsparungen von 15 bis 25 Prozent für realistisch. 

Allerdings gibt es auch Bedenken. Die Unverträglichkeit der Unternehmenskulturen wird zum Beispiel von jedem dritten Befragten als problematisch angesehen. „Wir empfehlen deshalb die frühzeitige Durchführung einer sogenannten ‚Cultural Due Diligence‘, sagt Ingo Kipker, Partner und Bankexperte bei Horváth & Partners. „Mittels abgeleiteter spezifischer Change- und Kommunikationsmaßnahmen werden die Mitarbeiter in den Fusionsprozess aktiv eingebunden und über alle Schritte informiert.“  

Als weitere Schwierigkeiten nennen die interviewten Experten die Umsetzung der personellen Veränderungen und die Realisierung von Synergien. Bei kleineren Instituten gibt sogar mehr als die Hälfte der Befragten an, dass sie Schwierigkeiten bei der Realisierung von Synergien haben. Marcus Dahmen, Leiter des Banking Transformation-Teams bei Horváth & Partners sieht darin einen Schlüsselfaktor für den Erfolg von Fusionen: „Die Definition eines Zielbetriebsmodells spielt als Treiber der Synergien eine wesentliche Rolle. Die künftig optimale Unternehmensarchitektur zur Umsetzung des Geschäftsmodells stellt eine Brücke zwischen der Strategie und der Umsetzung her und ermöglicht so einen effizienten Transformationsprozess.“

Im Anbahnungsprozess eines Zusammenschlusses wird vor allem die Zustimmung der Gremien als erfolgbringend gesehen. Für rund 25 Prozent der fusionserfahrenden Banken hat sie die höchste Priorität. „Helfen kann hier eine ,Fusionsstory‘, in der die Beweggründe für eine Zusammenlegung und die Vorteile für die verschiedenen Stakeholder überzeugend dargestellt werden, einschließlich der Kosten- und Ertragsziele“, betont Dahmen.  

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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