Controlling

Forecasting-Algorithmus bei BASF.

Haben fundierte Prognosen für die Unternehmenssteuerung angesichts des zunehmend volatilen Umfelds noch eine Chance? Der Chemiekonzern BASF gibt eine starke Antwort – mit einem eigenen Forecast-Algorithmus.

Unter Führung seines Finanzchefs Hans-Ulrich Engel startete das Unternehmen 2016 eine Initiative, um die Möglichkeiten der digitalen Transformation auch für die Finanzprognosen des Unternehmens zu nutzen. Das Ziel lautete, eine automatisierte, IT-basierte Prognose für die wichtigsten Leistungsindikatoren der BASF-Gruppe zu ermöglichen. Dafür wurde die Datenverfügbarkeit erhöht, die Rechenkapazitäten erweitert und neue statistische Modelle eingeführt. 

Das Ergebnis ist ein eigener Prognose-Algorithmus namens PACE (Predictive Analytics Estimate). Dieser bezieht nicht nur die historischen Finanzergebnisse aller Unternehmensbereiche in seine Berechnungen ein, sondern berücksichtigt auch bedeutende branchenspezifische und makroökonomische Indikatoren.

Zusätzlich schuf der Konzern einen adäquaten organisatorischen Rahmen für die Nutzung digitaler Lösungen. Dieser erlaubt die Kombination der neutralen, automatisierten Prognosen mit dem vorhandenen Expertenwissen. 

Dabei gelten klare Regeln: Zum Beispiel dürfen die monatlichen IT-basierten Prognosen manuell nur um außerordentliche Fakten ergänzt werden, die für die Computer nicht automatisch zugänglich sind. Für das Gesamtjahr wird diese Vorhersage bezogen auf den ganzen Konzern mit den Forecasts der einzelnen Bereiche abgeglichen, um Maßnahmen transparent zu diskutieren und gezielt umzusetzen. 

Schneller, günstiger, qualitätsstabil. 
Für die PACE-Lösung wurde BASF mit dem Controlling Excellence Award 2020 des  ICV (Internationaler Controller Verein) ausgezeichnet. BASF habe es geschafft, den Forecast auf Group Level vollständig zu automatisieren – und mit einer Vorhersagegenauigkeit, die mindestens genauso gut sei wie die manueller Prognosen, sagte der Jury-Vorsitzende Professor Jürgen Weber von der WHU – Otto Beisheim School of Management. Die höhere Geschwindigkeit und der Einspareffekt beim Personal mussten, so Weber in seiner Laudatio, also nicht mit Qualitätsnachteilen erkauft werden. 

PACE wurde allein mit Bordmitteln erstellt; ein gesondertes Budget war nicht erforderlich. Nach nur rund drei Jahren Erfahrung sei ein neuer Standardprozess etabliert worden. «Kaum ein anderes Unternehmen kann dies aktuell für sich behaupten», sagte Professor Weber.

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net 

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