Mazda Austria

Mazda Austria: Quantensprung.

Von Klagenfurt aus steuert die Vertriebstochter des japanischen Autobauers den Import von Fahrzeugen und Ersatzteilen für Mittel- und Osteuropa – mithilfe eines BI-Systems, das auf Selfservice basiert.

Mazda Austria hat erkannt, dass ein Business Intelligence-System nur dann sinnvoll ist, wenn die Benutzer die für ihre Arbeitsvorgänge notwendigen Daten eigenständig aufbereiten und analysieren können – und das alles vor einem zeitnahen Hintergrund. Lange Zeit arbeitete das Unternehmen mit einem Excel-basierten Reportingsystem, das nur extern gewartet werden konnte. Wurde zum Beispiel ein neues Fahrzeug-modell bei Mazda eingeführt, mussten die entsprechenden Daten mithilfe eines externen Dienstleisters integriert werden. Das war umständlich und zeitraubend.

Daher implementierte der IT-Dienstleis-ter Trivadis – unter Einsatz von Standard-Softwareprodukten von Oracle – bei Mazda Austria ein neues Datawarehouse- und BI-System. In Intensiv-Workshops wurden die Zielarchitektur für die zentrale Datenhaltung und die Datenbewirtschaftung gemeinsam mit Mazda erarbeitet und dann von Trivadis in mehreren Ausbaustufen umgesetzt. Darauf konnte das BI-Reporting aufsetzen und die Metadatenmodelle, BI-Analysen und Dashboards implementiert werden.

«Jetzt kann jede Abteilung eigenständig diejenigen Reports zusammenstellen, die sie benötigt – ganz ohne Einbindung der IT. Nur bei komplexeren Analysen stehen wir selbstverständlich unterstützend zur Seite», erläutert Hans-Peter Petek, Manager Information Services bei Mazda Austria, die Vorteile der neuen Selfservice-BI-Lösung. «Das ist ein echter Mehrwert für Mazda Austria, denn nun können die Mitarbeiter Unternehmensdaten aus verschiedenen Perspektiven analysieren und daraus wichtige Entscheidungen ableiten.» Um das zu ermöglichen, wurden in den einzelnen Abteilungen spezielle Analysten in Business Intelligence ausgebildet. Diese Fachkräfte haben direkten Zugriff auf die Daten und die entsprechenden Berechtigungen. So können sie sich Reports nach ihren Vorstellungen erstellen. So wird das BI-System effizient von allen Abteilungen genutzt – vom Fahrzeugverkauf und Ersatzteilwesen über die Garantie-, Finanz- oder Sales Planning-Abteilungen bis hin zur Marketingabteilung.

Eine moderne IT bedeutet für Mazda Austria, dass sie flexibel und effizient auf sich verändernde Bedingungen reagieren kann. «Das ist mit der neuen BI-Lösung möglich“, sagt Hans-Peter Petek. „Wenn für die Fachabteilungen neue Daten interessant werden, kann die IT-Abteilung diese schnell und reibungslos in das System integrieren und innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung stellen.»

«Eine Selfservice-BI-Lösung ist von mehreren Erfolgsfaktoren geprägt. Eine zentrale und konsistente Datenbasis  stellt sicher, dass berechtigte Mitarbeiter in einem Unternehmen schnell auf die richtigen Daten zugreifen können und vor allem von derselben Zahlenbasis sprechen. Ein nahezu selbsterklärendes Reporting-Front-End und ein solides Anwendertraining befähigt die Business-Abteilungen, relevante Daten im Selbstbedienungsmodus auszuwerten und Ergebnisse auch richtig zu interpretieren», berichtet Günther Krobath, BI-Verantwortlicher bei Trivadis in Wien.

Eingeführt wurde das BI-System zuerst in der Zentrale in Klagenfurt bereits Ende 2012 und dann sukzessive Abteilung für Abteilung eingebunden, Anfang 2014 war dann ganz Österreich live, im Herbst 2015 erfolgte ein Rollout in 17 mittel- und zentraleuropäischen Ländern. Die Bedienung ist intuitiv, der Zugriff auf die Daten kann von überall erfolgen: vom Büro, von zu Hause oder mobil.

«Generell kann man nun viel schneller auf Daten zugreifen. Früher waren die Daten nicht aggregiert, sondern lagen verteilt in verschiedenen Systemen vor – zum Beispiel Ersatzteildaten in System A, Fahrzeugdaten in System B. Jetzt sind alle Daten zentral vorhanden: Wir brauchen nur ein System, wir brauchen nur einen Zugang und die Benutzer müssen sich nur mit einem Tool auskennen. Die Benutzer sind nun nicht mehr mit der Suche nach Daten beschäftigt, sondern können die freigewordene Zeit für die Datenanalyse und der Ableitung von Entscheidungen verwenden. Durch die zentrale Datenverwaltung können nun auch verschiedene Reports kombiniert werden. Wenn man wissen möchte, wie hoch der Ersatzteil-umsatz pro Fahrzeugverkauf ist, ist das mit dem neuen System möglich», erläutert Mazda-Manager Petek.
Die Schnelligkeit des Systems lässt sich auch von folgender Kennzahl ableiten: Früher hat die Beladung des Systems (mit relativ wenigen Daten) insgesamt acht Stunden gedauert, jetzt wird das BI-System mit erheblich mehr Daten innerhalb von einer Stunde beladen.

Als nächster Schritt ist bei Mazda Austria angedacht, die einzelnen Händler der Region (das sind 220 Händler und 400 Lieferadressen für Ersatzteile) an die Selfservice-BI anzubinden. 

Was bedeutet "Selfservice Business Intelligence"?
Darunter versteht man grundsätzlich eine von der IT-Abteilung vorbereitete Business-Intelligence-Plattform, die verschiedenen Fachabteilungen wie Verkauf, Finanzen oder Garantie die Möglichkeit verschafft, direkt und selbständig Datenanalysen durchzuführen und eigene Berichte zu erstellen. Große Vorteile sind die Entkoppelung des Business von der Verfügbarkeit der internen IT-Kapazitäten sowie ein direkter Zugang der Fachanwender zu einem interaktiven Berichtswesen und eine rasche Aufbereitung von Entscheidungsgrundlagen.


Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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