Purpose

Purpose-Management

Für die Generation Y reicht das Gewinnstreben allein als Existenzberechtigung von Unternehmen nicht mehr aus. Aus ihrer Sicht müssen Organisationen auch einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten und gemeinnützige Leistungen wie den Naturschutz erbringen. Es geht ihr um das große Ganze, auch um Werte als nur um harte Zahlen.  

Die Bewegung «Fridays for Future» hat unsere Welt verändert. Ganz gleich, ob die physikalischen Annahmen, die den Klimathesen zugrunde liegen, letztendlich verifiziert werden, ob uns die messianische Haltung gefällt oder nicht – die rebellierende Jugend hat mit ihren Zukunftsthemen das Steuer übernommen und gibt in der Gesellschaft den Takt vor. Das ist eine Tatsache, auch eine wirtschaftliche. Deshalb sind alle Unternehmen – sowohl als Arbeitgeber wie auch als Anbieter von Produkten und Dienstleistungen – gut beraten, sich auf die neue Lage einzustellen: auf die Generation Y, mit all ihren anderen Werten, Wünschen und Vorstellungen.   


Die in den 1980er und 1990er Jahren Geborenen, auch Millennials genannt, haben ihre Ausbildung in der Regel abgeschlossen, drängen jetzt auf den Arbeitsmarkt, teils schon in Führungspositionen. Und sie sind eine wichtige Konsumentengruppe.  
 
Die Millennials sind anders.
Die Generation Y tickt anders als ihre Vorgänger: Da sie in der Regel sehr umsorgt wurde und nie materielle Nöte kennengelernt hat, eine gute Ausbildung genoss und sich seit vielen Jahren unter den mannigfaltig vorhandenen Jobs die für sie passenden aussuchen kann, legt sie auf andere Dinge wert als frühere Generationen: Es geht stärker um Selbstverwirklichung, sinngebendes Leben, um Werte jenseits des Materiellen, mit dem sie ja von Geburt an reichlich gesegnet sind.


Das erscheint logisch. Denn nicht nur die materiellen Grundbedürfnisse der Millennials sind weit mehr als befriedigt. Auch die nach der Lehre der Maslow-Pyramide darüberliegenden Bedürfnisse, die für die vorherigen Generationen der Babyboomer und der Generation X so wichtig sind, geben den Millennials nicht mehr so viel Sinn: zum Beispiel das Streben nach formeller Wertschätzung, der demonstrative materielle Konsum kostbarer Dinge («Conspicuous Consumption») oder die Jagd nach Macht und Status mit ihren Insignien wie Dienstwagen oder Business Lounge, Mitarbeiterstäben oder Boni.   
Die Generation Y will mehr: Job und Karriere sollen nicht nur Geld einbringen, sondern vor allem erfüllend und sinnvoll sein sowie gute Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung bieten. Dabei geht es auch um eine stärker ausgewogene Work-Life-Balance: Bereits während des Vorstellungsgesprächs sprechen die Millennials die für sie oft elementaren Themen an, wie beispielsweise das Arbeiten in Teilzeit oder an flexiblen Orten, Sabbaticals oder Elternzeit. Familie, Freunde und Freizeitaktivitäten sind ihnen so wichtig, dass der Job damit nicht kollidieren darf.


Auch zu den eigenen sozialen, ökologischen oder politischen Überzeugungen, die viele Millienials in zunehmend absoluter Weise vertreten, darf der Arbeit nicht konträr laufen. Deshalb erwarten die Jungen von einem Unternehmen, bei dem sie erwägen anzuheuern, zusätzlich ein ehrliches Engagement für das Gemeinwohl und eine bessere Welt, zum Beispiel auf dem Gebiet des Umweltschutzes oder der Chancengleichheit einsetzen. Oberflächliches «Greenwashing» zum Beispiel fällt schnell auf und wird verübelt.


Wie eine weltweite Befragung des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM) und des St. Gallen Symposiums unter mehr als 1'000 jungen, hochqualifizierten Berufstätigen ergab, prüft die Mehrheit der Jungen sehr genau, ob die Werte des künftigen möglichen Arbeitgebers zu den eigenen passen. Fast die Hälfte ist sogar bereit, auf Geld zu verzichten und einen besser bezahlten Job woanders nicht anzunehmen, wenn die Firma zu den eigenen Werten passt (siehe Grafik).

 

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Druckausgabe Nr. 2|2019. Hier bestellen.

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net

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