Umfrage

Robotereinsatz in der Finanzbranche.

Unter dem Druck der Aufsichtsbehörden, der Kunden und neuer Konkurrenten setzen die Anbieter von Financial Services auf Robotics – mit unterschiedlichem Nutzen für einzelne Geschäftsfelder.

Seit der Weltfinanzkrise ist der Druck auf die Anbieter von Finanzdienstleistungen deutlich gewachsen. Die Zentralbanken und die Aufsichtsbehörden kontrollieren die Geschäftstätigkeit viel genauer, verlangen regelmäßige aufsichtsrechtliche Meldungen in Form von Datenpaketen wie zum Beispiel die Risikodatenaggregation BCBS 239.

Hinzu kommen anspruchsvollere Kunden, eine größere Markttransparenz durch die digitalen Medien  sowie die Konkurrenz seitens neuer Marktanbieter, wie beispielsweise Paypal, und neue Entwicklungen am Währungsmarkt wie etwa Bitcoins.
Unter diesen Bedingungen haben die Banken in den vergangenen Jahren die Digitalisierung ihrer internen Strukturen ebenso wie die ihrer Angebote vorangetrieben. Dadurch könnten sowohl Kosten gespart als auch die Kundennähe verbessert werden. Neuerdings denken viele Finanzinstitute auch über einen stärkeren Einsatz von Robotern und künstlicher Intelligenz  in Form von maschinellem Lernen nach – zum Beispiel auf dem Gebiet der robotergestützten Prozessautomatisierung (Robotic Process Automation, RPA).



Prozessautomatisierung im Fokus.
Wie weit Banken, Versicherungen und andere Finanzdienstleister auf diesem Gebiet sind und welchen Nutzen sie sich vom Robotereinsatz erhoffen, zeigt eine Umfrage von Horváth & Partners: zwei Drittel der befragten Unternehmen im deutschsprachigen Raum erachten die zukünftige Signifikanz für eine RPA-Nutzung als hoch oder sogar sehr hoch; mehr als 40 Prozent haben bereits Labortests oder ein Proof-of-Concept gemacht, knapp ein Drittel plant diesen Schritt, 37 Prozent nutzen sogar schon eine Pilotanwendung.

Bezogen auf das Gesamtunternehmen soll der Einsatz – so die mehrheitliche Aussage der Interviewten in Deutschland, Österreich und der Schweiz – in speziellen Bereichen wie etwa im Back Office oder im Personalmanagement geschehen. Nur 21 Prozent nutzen RPA flächendeckend (siehe Grafik rechts oben).

Im Zentrum des Interesses steht eindeutig die Verbesserung der Service- und Supportprozesse durch RPA, eines der drei Einsatzgebiete von Robotics: Die Technologie beinhaltet in diesem Zusammenhang den Einsatz von Softwarerobotern, die Menschen in repetitiven und strukturierten Prozessschritten nachahmen. «RPA wird vom Procurement über Operations/Backoffice bis hin zum Reporting bereits breit eingesetzt», sagt Studienleiter Sebastian Ostrowicz, Chef des Beratungsbereichs «Process Digitization & Robotics» bei Horváth & Partners.

Weniger im Fokus steht bei RPA der Einsatz im Vertrieb beispielsweise bei der Angebotsvorbereitung (22 Prozent) und spezielle bei Versicherungen  in der Schadensbearbeitung und Leistungserbringung (38 Prozent).  


Begrenzter Nutzen der Chatbots.
Neben dem noch relativ begrenzten RPA-Einsatz auf diesen beiden Tätigkeitsgebieten kommen hier die beiden anderen Robotics-Varianten zur Verwendung:
Zum einen sind dies die populären Chatbots (textbasierte Dialogsysteme, die häufig als virtuelle Assistenten dienen).

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Druckausgabe 2|2017. Hier bestellen.

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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