Chief Executive Officer

Spurwechsel bei Daimler.

Jahrelang beförderten Unternehmen gern ihren CFO zum CEO. Die Berufung des eher unkonventionellen Forschungschefs Ola Källenius zum künftigen Daimler-Lenker zeigt, dass Innovationsgeist jetzt mehr zählt.

Wenn eine europäische Region dem kalifornischen Silicon Valley annähernd ähnelt, dann ist es Südschweden, vor allem die Gegend um Stockholm: Hier ballen sich nicht nur Hunderte innovativer Startups und Labs; darüber hinaus ist hier auch der Lebens- und Arbeitsstil eher wie an der US-Westküste: «hard working, easy going». 

Ola Källenius ist Schwede. Und natürlich war der designierte Daimler-CEO – derzeit noch Chef der Konzernforschung und Leiter der Mercedes-Benz Cars-Entwicklung – sehr stolz, dass der neue, rein batterieelektrisch angetriebene SUV in seiner Heimat vorgestellt wurde. Der eher bescheidene Topmanager beschreibt den Innovationsgeist an der Ostsee so: «Schweden sind ausgesprochene ‹Early Adopters›, die neuen Ideen offen gegenüberstehen. Deshalb passt es perfekt, dass wir den ersten rein elektrischen Mercedes-SUV der Marke EQ in Stockholm vorstellen.» Und er bekennt: «Mich begeistern unsere smarten Einhörner: milliardenschwere Startups wie Spotify oder SoundCloud.»

Das ist der neue Geist, der bei Daimler weht: innovativ, unternehmerisch, unkonventionell – fast wie im Silicon Valley. Källenius überließ bei der EQC-Präsentation seinem Chef, dem Noch-CEO Dieter Zetsche die Bühne. Der Konzernlenker – wie immer ohne Krawatte, aber nun auch in Jeans und Sneakers – lobte das Modell für «seine alltagstaugliche E-Mobilität», die «gleichzeitig zu 100 Prozent ein Mercedes» sei. Seinem Kronprinzen bescheinigte er,  «Design, Funktionalität und Service auf einzigartige Weise» zusammengebracht zu haben. 

Daheim in der Konzernzentrale verstand derweil ein anderer Topmanager die Daimler-Welt nicht mehr: Finanzchef Bodo Uebber. Bereits seit 2003 ist er Vorstandsmitglied und leitet seit 2004 sowohl Finanzen und Controlling als auch den Bereich Daimler Financial Services. Er hatte sich gutinformierten Kreisen in Stuttgart zufolge sehr große Chancen auf die Zetsche-Nachfolge ausgerechnet. 

Jetzt teilte Uebber dem Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Bischoff mit, dass er seinen noch bis Dezember 2019 laufenden Vertrag nicht verlängern wolle.

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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