Interview

Transformation im Data Warehousing.

Die klassische Datenbewirtschaftung mit dem Ziel der «Single Version of the Truth» hat ausgedient. Neue Ansätze wie «Data Lakes» machen agileres Management möglich, sagt ein Topexperte der TU Chemnitz.  

BIM: Immer häufiger wird das klassische Data Warehousing (DWH) durch «Data Lakes» ergänzt. Was ist dabei die Hauptherausforderung?
Gluchowski: Es besteht eine große Unsicherheit bei den Anwendern. Denn ein Data Lake nimmt die Daten in ihrer originalen, unbearbeiteten Form direkt aus den  Informationsquellen auf. Anders als im üblichen Datenmanagement werden die Daten nicht oder kaum bereinigt, standardisiert und neu modelliert.

BIM: Was Neuland ist, aber in den Organisationen auch Geschwindigkeitsvorteile bringt?
Gluchowski: Absolut, vor allem aber eine größere Flexibilität. Denn die Transformation der Inhalte eines Data Lakes erfolgt «on the fly» im Rahmen der Auswertung...

BIM: : ... also zum Beispiel im Rahmen von Ad-hoc-Analysen?
Gluchowski: Ja, oder auch als Zwischenschritt zur Vorbereitung für wiederkehrende Standardaufgaben, etwa im Berichtswesen.

BIM: Stoßen damit unweigerlich zwei völlig verschiedene Welten aufeinander?
Gluchowski: Oft laufen beide Technologien – DWH und Data Lake – nebeneinander her. Es kommt zu vielen Überschneidungen, und zahlreiche Dateien werden doppelt gespeichert – was nicht selten zu Widersprüchen führt. 

BIM: Von der seit Jahren von den Experten immer wieder empfohlenen Schaffung einer «Single Version of the Truth» in der Datenbewirtschaftung kann also keine Rede mehr sein?
Gluchowski: Das war einmal. Heute wird dieses strenge Ziel schon vielfach infrage gestellt – sowohl von den Fachleuten als auch in den Anwenderunternehmen. Denn vielen Organisationen erscheint es wichtiger, dass sie sich konsequent agiler aufstellen, um schneller auf neue Anforderungen reagieren zu können, als die Datenbankstrukturen bis ins kleinste Detail zu perfektionieren. 

BIM: Die Unternehmen kehren also dem Heiligen Gral der «Single Version of the Truth» den Rücken zu?
Gluchowski: Jedenfalls fühlen sich viele Unternehmen durch den technologischen  Perfektionismus in der Geschwindigkeit gehindert. Zudem werden die Fachanwender beispielsweise im Controlling oder im Finanzbereich immer selbständiger und anspruchsvoller. Sie akzeptieren die langen Umsetzungszeiträume bei Analyseanfragen einfach nicht mehr.

BIM: Was sollten Manager jetzt tun?

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Der Interviewpartner:
* Professor Dr. Peter Gluchowski gilt als einer der führenden Wissenschaftler für Business Intelligence, Analytics und Data Warehousing. Wegen seiner praxisorientierten Forschung ist sein Rat in vielen Unternehmen besonders gefragt. Promoviert und habilitiert an der Ruhr-Universität Bochum, hat er seit 2006 den Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik II an der Technischen Universität Chemnitz inne. An der sächsischen Hochschule gibt es neben der Bachelorausbildung auch renommierte Masterstudiengänge unter anderem für «Business Intelligence & Analytics» sowie «Value Chain Management».

 

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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