Planung

Verknüpfungsstrategien.

Integrierte Planung ist als Thema ein Dauerbrenner. Doch heute eröffnen die zunehmenden technischen Innovationen bei der Software erweiterte Möglichkeiten und neue Aspekte in der Anwendung.

*Von Stefanie Böckmann & Dirk Böckmann

Wenn Fachleute von integrierter Planung sprechen, unterscheiden sie in der Regel zwischen zwei grundsätzlichen Aspekten: der vertikalen und der horizontalen Integration. Diese beiden Pole gilt es zunächst genau zu definieren:
Unter der vertikalen Integration wird im Allgemeinen die Verknüpfung der verschiedensten Teilplanungen gefasst. Dazu zählen zum Beispiel Aufgaben wie die Absatzplanung, Personalplanung, Investitionsplanung und Kostenstellenplanung.
Die horizontale Integration beinhaltet als ergänzende Seite darüber hinaus die Verbindung mit der GuV, der Bilanz- und Cashflow-Planung über verschiedene betriebswirtschaftliche Prämissen wie etwa die Zahlungsziele, die Zinssätze oder die Umschlagsplanung.

In den 1990er und 2000er Jahren lag der Fokus der Unternehmen bei der Umsetzung integrierter Planungslösungen auf der horizontalen Integration. Die Tools boten meistens die Möglichkeit, die Ergebnisplanung auf der Ebene von GuV-Positionen abzubilden und eine entsprechende Bilanz sowie den Cashflow daraus abzuleiten. Dies konnte für einzelne Tochterunternehmen erfolgen, deren Daten sich dann im Konzern aggregieren ließen.

Eine detaillierte Absatz- oder Produktionsplanung war in solchen Planungslösungen jedoch kaum darstellbar und erfolgte oftmals separat und wurde teilweise sogar manuell in der Ergebnisplanung berücksichtigt. Die Arbeit des Controllers bestand daher größtenteils vielfach in der Zusammenführung einzelner Teilpläne. Die Validierung und Analyse der Planungen kam dabei nicht selten zu kurz.

Vertikale und horizontale Integration.
Dank der Entwicklungen im Bereich Business Analytics, durch das Aufkommen von Big Data und der damit verbundenen Verfügbarkeit von Daten kann integrierte Planung heute jedoch viel mehr. Dabei haben sich die betriebswirtschaftlichen Konzepte nicht verändert, und die logische Ableitung von Bilanz und Cashflow ist immer noch identisch. Aber die Möglichkeiten im Rahmen der vertikalen Integration und die Verbindung der vertikalen mit der horizontalen Integration sind vollkommen neu.

Heute sind bereits in vielen Unternehmen Planungslösungen vorhanden, in denen von einer detaillierten Absatzplanung (beispielsweise auf Kunden-/Kundengruppen- und Produkt-/Produktgruppenebene) eine entsprechende Beschaffungs- und Produktionsplanung abgeleitet wird. Auf dieser Basis können dann zum einen die Bedarfe der einzelnen Materialien sowie Kostenstellenleistungen und damit die Gemeinkosten berechnet werden.

Gleichzeitig entsteht daraus ein Aktualisierungsbedarf hinsichtlich der Investitionsplanung. Dabei wird unterschieden zwischen dem Umlaufvermögen (zum Beispiel Lager) und dem Anlagevermögen (etwa neue Produktionsmaschinen). In der Summe ergeben diese einzelnen Pläne eine Ergebnisrechnung, die dann in der horizontalen Integration zu einer Bilanz und zu einem Cashflow führt.

Neue Herausforderungen.
Doch die innovativen Werkzeuge bringen auch neue Herausforderungen mit sich. So ist das  «Mehr an Daten» heute nur noch mit speziellen Mitteln zu bewältigen. Da mittlerweile so viele Daten verfügbar und durch die technischen Möglichkeiten auch zu verarbeiten sind, war der erste Reflex vieler Unternehmen, die Planung im gleichen Detaillierungsgrad durchzuführen wie die Istdaten verfügbar sind.

Die Hoffnung auf eine verbesserte Planungsqualität erfüllte sich dadurch aber nicht. Stattdessen wurde die Planung auch wieder auf aggregierten Ebenen gemacht und die Werte anschließend maschinell heruntergebrochen.

Treiber herausarbeiten.
Viele Unternehmen mussten und müssen daher lernen, die verfügbaren Daten und die technischen Möglichkeiten so zu kombinieren, dass die Planung schnell und effizient realisiert werden kann, genug Aussagekraft hat und die Planer ihre Arbeit bewältigen können.

Der nächste Schritt ist daher, die Planungsmodelle sinnvoll zu reduzieren und die Treiber für das Geschäftsmodell herauszuarbeiten. Die Planung erfolgt dann nur über die entsprechenden Treiber, die in die einzelnen Teilpläne verlinkt sind und über die vertikale und horizontale Integration wieder zu den integrierten Ergebnissen führen.

 



Prediction kombiniert mit Planung.
Mit dem Aufkommen von Predictive Planning kann hier sogar eine automatisierte Generierung von Treibern erfolgen. Zum einen können mithilfe statistischer Methoden die Treiber identifiziert werden, das heißt auf der Basis der Vergangenheit kann ein Unternehmen die Relevanz bestimmter Treiber für die Ergebnisse messen. Zum anderen können diese Treiber auch entsprechend automatisiert geforecastet werden.

Die zu diesem Zweck eingesetzten Systeme sind selbstlernend. Sie passen ein zuvor erstelltes Modell immer wieder an, sobald das System mit neuen Daten gefüttert wird. Damit ist eine solche Lösung nie starr, sondern sie passt sich dynamisch den geänderten Bedingungen an...

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Druckausgabe Nr. 1/2017. Hier bestellen.


 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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