Supply Chain Management

VUCA & Supply Chains.

Der Wettbewerb wird immer härter. In dieser Situation bringt der Begriff VUCA (Volatility, Uncertainty, Complexity, und Ambiguity) die zentralen Herausforderungen auf den Punkt. Eine Benchmark-Studie aus der Praxis.

*Von Svenja Marek und Katharina Berwing

In den 1990er Jahren wurde der Begriff VUCA zuerst beim US-Militär benutzt: Seine Bestandteile Volatility (Volatilität), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Widersprüchlichkeit) beschrieben die damalige neue, multilaterale weltpolitische Situation nach dem Zerfall der Sowjetunion. Heute wird der Begriff auch in anderen Bereichen strategischer Führung benutzt, zum Beispiel im Bildungswesen oder in der Wirtschaft. 

Auf dem Gebiet des Supply Chain Managements (SCM) von Unternehmen geben die VUCA-Bestandteile wesentliche Aspekte der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen wieder (siehe auch Abbildung «Neue Business-Welt»). Die Volatilität des Marktumfeldes etwa ist charakterisiert durch einen kontinuierlichen Wandel vom Verkäufer- hin zum Käufermarkt, der eine Veränderung der Marktnachfrage mit sich bringt. 

Flexible und agile Lieferkette. 
Der Einzug des Internets – auch im industriellen Kontext – führt zu einer größeren Transparenz hinsichtlich Angebot und Preis. Damit wird die Markt- respektive Machtposition des Kunden gestärkt, die sich unter anderem in erhöhten Kundenansprüchen manifestieren – nicht nur in Form steigender Produktanforderungen (zum Beispiel hinsichtlich der Qualität), sondern auch auf dem Feld der Logistik: Kurze Lieferzeiten (zum Beispiel Same- oder Next-Day-Delivery), die große Onlineversandhändler wie beispielsweise Amazon schon erfolgreich anbieten, stellen für viele Teilnehmer der produzierenden Industrie immer noch eine große Herausforderung dar. Eine flexible und agile Supply Chain, die in der Lage ist, mit der volatilen und zeitabhängigen Bedarfssituation umzugehen, könnte hier Abhilfe schaffen. 

Schwierige Absatzprognosen. 
Die verbreitete Ungewissheit über die zukünftigen wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen erschwert eine erfolgreiche Prozesskoordination entlang der Wertschöpfungskette. Parallel führt die sich ständig ändernde Nachfrage in Verbindung mit einem immer größer werdenden Angebot unterschiedlicher Produkte und Produktvarianten zu einer hohen Unsicherheit bei der Erstellung von Verkaufsprognosen. Langfristige Absatzvorhersagen aufzustellen gilt heute vor dem Hintergrund der sich ständig ändernden Rahmenbedingungen als eine der größten Herausforderungen im SCM. 

Des Weiteren führt die geänderte Produktstruktur aufgrund der steigenden Nachfrage nach kundenindividuellen Produkten und kürzerer Produktlebenszyklen zu einer zusätzlichen Erhöhung der Komplexität. Um den vielschichtigen Kundenanforderungen gerecht zu werden, bündeln Unternehmen die eigenen Kernkompetenzen zunehmend und lagern immer häufiger Wertschöpfungsaktivitäten aus. Die fortwährende Globalisierung verstärkt diesen Effekt. 

Wettbewerb kompletter Supply Chains. 
Insgesamt sind dadurch mehr Unternehmen in der Supply Chain eines Produkts aktiv. Durch die wachsende Anzahl an Partnern und Dienstleistungen sowie deren ständigen Wechsel steigt neben der Komplexität auch der Koordinationsbedarf in der Supply Chain. Mit größer werdendem Anteil der zu beachtenden Faktoren nimmt auch der Aufwand für deren Beherrschung zu. 

In Zukunft konkurrieren nicht mehr nur einzelne Unternehmen miteinander; vielmehr stehen komplette Supply Chains im Wettbewerb zueinander. Dies begründet die hohe Herausforderung des Supply Chain-Managements. 

Neben den miteinander verflochtenen Wertschöpfungsketten beeinflussen auch die Vielzahl und Multidimensionalität der zur Verfügung stehenden Informationen die Komplexität. Insbesondere durch die fortschreitende Digitalisierung stehen vielen Unternehmen häufig eine Fülle an Informationen zur Verfügung, die es zu analysieren gilt. Mit zunehmender Anzahl von Daten steigt der Bedarf an intelligenten Tools, die zur Reduzierung des Analyseaufwandes und damit zur Ableitung neuer Informationen beitragen können.  

Der vierte Faktor, die Ambiguität, beschreibt die Mehr- oder Doppeldeutigkeit eines Sachverhaltes: Komplexe Situationen, die eine hohe Abhängigkeit von anderen Gegebenheiten aufweisen, wie es häufig im SCM der Fall ist, sind mit mehrdeutigen Informationen verknüpft. Diese sind aufgrund der hohen Komplexität jeweils situationsspezifisch anders zu beurteilen. Aufgrund der Vielfalt der Einflüsse können zukünftige Entwicklungen beispielsweise des Absatzes nicht eindeutig prognostiziert werden.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Digital- und Druckausgabe Nr. 3/2019. Hier als Einzelartikel oder die Ausgabe Nr. 3/2019 bestellen.

 

* Svenja Marek, Master of Science, ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Produktionsmanagement am FIR an der RWTH Aachen tätig. 

* Katharina Berwing, Master of Science, arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Produktionsmanagement am FIR an der RWTH Aachen.

 

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net

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