Leadership

Neue Dirigenten der Digital-Ära

Topmanagement-Positionen werden zunehmend an Führungskräfte vergeben, die eine hohe Affinität zur IT und dort möglichst Kompetenz haben. Das Spektrum reicht vom spanischen Security-Guru Chema Alonso, den Telefónica in den Vorstand berief, bis hin zum künftigen UBS-CEO Ralph Hamers, der ING fit für das digitale Zeitalter machte. 

Ralph Hamers, ING/UBS 
Die Nachricht schlug in Zürich wie eine Bombe ein: Ralph Hamers, CEO der niederländischen ING Group, wird Sergio Ermotti, den langjährigen Chef des größten Schweizer Geldhauses UBS, Anfang November als Konzernchef ablösen. 

Mit dem 53-jährigen Niederländer holt sich die Schweizer Großbank einen erfolgreichen Macher in Sachen digitale Transformation und Online-Banking an die Spitze. «Hamers ist eine charismatische und auch krisenerprobte Führungspersönlichkeit, die im wichtigen Bereich der Digitalisierung echte Akzente gesetzt hat und die sehr strategisch denkt», begründete UBS-Präsident Axel Weber die Entscheidung nach einer 15 Monate langen Suche. «Unter seiner Führung hat die ING einen grundlegenden Wandel in ihrem Geschäftsmodell vollzogen und gilt heute als eines der besten Beispiele für digitale Innovationen im Bankensektor.»

Der neue Chef Hamers soll die UBS schlagkräftiger, profitabler und kundennäher aufstellen. «80 Prozent unserer Vermögensverwaltungskunden wollen eine Beratung. Die Technologie muss diese Beratung effizienter machen», umriss Weber die Aufgabe des neuen CEO.

 

Chema Alonso, Telefónica
Promovierter Software-Ingenieur und Hacker, Universitätsprofessor und Telefónica-Vorstand: Chema Alonso ist seit Jahren eine der schillernsten Persönlichkeiten in der europäischen Hightech-Szene – vor allem beim Thema Cybersicherheit. 2013 wurde der damalige COO des Telekommunikationsgiganten Telefónica, José María Álvarez-Pallete, auf Alonso aufmerksam und bot dem damals 37-jährigen den Kauf seiner kleinen IT-Firma Informática 64 und den Posten eines Chief Data Officers im Konzern an. Nachdem Álvarez-Pallete, ein Finanzexperte, bei Telefónica zum Chairman und CEO aufgestiegen war, wurde Alonso zum Vorstandsmitglied befördert und ist seither als «Chief Digital Consumer Officer» unter anderem für Big Data, die globale Datensicherheit und künstliche Intelligenz verantwortlich. 

Eine Kernaufgabe Alonsos sind Projekte auf dem Gebiet der kognitiven Intelligenz, die bei Telefónica als «Vierte Plattform» einen besonderen Stellenwert hat. Die in Spanien und Lateinamerika führende TV-Plattform Movistar etwa wurde mit einem virtuellen Assistenten namens Aura ausgerüstet, der aufs Wort gehorcht – und Amazons Alexa Konkurrenz machen kann. 

 

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net

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