Mittelstand & Startups

Berlin, Berleburg.

Unternehmen der Old Economy können sich für die digitale Wirtschaft besser wappnen, wenn sie sich mit unkonventionellen Köpfen zusammentun. Der CFO eines westfälischen Mittelständlers macht es vor.

*Von Wolf K. Müller Scholz

Unter all den hippen New Economy-Unternehmern wirkte der Manager Wolfgang Bach alles andere als altbacken: Bei der Berliner Networking-Veranstaltung «Startup meets Mittelstand» im April hingen ihm die jungen, erfolgshungrigen Entrepreneure genauso an den Lippen wie die hartgesottenen Wagniskapitalisten. Ihm, einem traditionellen Topentscheider aus der westfälischen Kleinstadt Bad Berleburg, Finanzleiter eines typisch biederen Mittelständlers – eines allerdings wirtschaftlich höchst erfolgreichen Unternehmens mit dem rätselhaften Namen EJOT.

Seinen bodenständigen westfälischen Akzent betonend, kokettierte Bach mit dem Provinzstatus seiner Firma: «Unser größtes Problem ist, dass wir von unserem Hauptstandort 50 Minuten brauchen, um zur nächsten Autobahn zu kommen.» Wie so oft an diesem Abend hatte der Manager die Lacher auf seiner Seite. Und die volle Aufmerksamkeit. Er plauderte aus dem Nähkästchen: von der digitalen betriebswirtschaftlichen Transformation einer Organisation, die immerhin einige tausend Mitarbeiter umfasst und mit 13 Produktions- und mehr als 30 Vertriebsstätten rund um den Globus präsent ist.  
Die nachteilige Verkehrslage hindert den Finanzchef auch keineswegs daran, an trendigen Berliner Networking-Events wie «Startup meets Mittelstand» teilzunehmen, den das  Beratungshaus Allfoye zweimal im Jahr organisiert. «Ich tummele mich regelmäßig hier in der Berliner Startup-Szene, um Anregungen zu erhalten», sagte Bach.


Weltmacht bei Befestigungstechnik.
Diese Offenheit des Finanzchefs passt zur innovativen Grundphilosophie seines Unternehmens, mit der sich EJOT zu einem Weltmarktführer auf dem Gebiet der industriellen Befestigungstechnik entwickelt hat: Sowohl in der Bauwirtschaft und im Automobilbau als auch in der Elektroindustrie sind die Westfalen international eine feste Größe.

Die Digitalisierung spielt dabei eine zentrale Rolle – auch auf dem Gebiet analoger Technologien, wie etwa Schrauben: Die dritte Generation der Kunststoff-Direktverschraubung zum Beispiel hat nicht nur exzellente Verbindungseigenschaften, sondern ermöglicht es den industriellen Anwendern auch, in Großserien alle Parameter mithilfe eines Online-Programm exakt vorauszuberechnen.

Die Kommunikation zwischen den 13 international verteilten Werken läuft, laut Bach, weitgehend digital ab. Aber genau beim Punkt der Digitalisierung, so der CFO, habe das Management gemerkt, dass die Organisation noch deutlich besser werden müsse. «Das war einer der Gründe, warum wir vor drei Jahren angefangen haben, uns intensiver mit dem Thema Digitalisierung zu beschäftigen.»

Wie in vielen Unternehmen versuchte die Geschäftsführung zunächst einmal zu klären, was die Digitalisierung für die eigene Organisation denn überhaupt bedeuten könnte. «Wir haben das Thema intern lange diskutiert und dabei ehrlich festgestellt, dass wir – obwohl wir als nicht unerfolgreiches Unternehmen viele Dinge richtig gemacht haben – die Transformation von der analogen zur digitalen Betriebswirtschaft nicht allein machen können», berichtete Bach.

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Das Unternehmen:
EJOT ist ein international führender Hersteller auf dem Gebiet der industriellen Befestigungstechnik (Bauwirtschaft und Industrie) mit Sitz in Bad Berleburg. Mit rund 3'500 Mitarbeitern erwirtschaftet das Unternehmen weltweit 535 Millionen Euro Umsatz.

Das Forum:
Unter dem Motto "Startup meets Mittelstand" organisiert das Beratunsgunternehmen Allfoye in Berlin regelmäßig ein Networking-Event, das Führungskräfte aus dem Mittelstand und der Startup-Szene zusammenbringt.

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net

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