Planungssysteme

Flexible Planung mit Portlets.

Immer mehr Unternehmen kombinieren ihre Top-down-Planung mit selektiven Bottom-up-Methoden – und mit Simulationen. Beispiele sind Bayer, Kärcher und die Leipziger Verkehrsbetriebe.

Es war ein Kraftakt: 2016 zog Bayer mit rund 100‘000 Beschäftigten und 35 Milliarden Euro Umsatz die Transformation zu einem Life-Science-Unternehmen mit führenden Geschäften in den Bereichen Gesundheit und Ernährung durch; parallel dazu plante der Konzern die Übernahme des US-Saat- und Pflanzenschutzriesen Monsanto (23‘000 Mitarbeiter, 14,6 Milliarden Dollar Umsatz), die zwei Jahre später formell abgeschlossen wurde.

Doch jetzt geht der Umbau erst richtig los: Bei Transformationen einer solchen Größenordnung müssen die bestehenden Strukturen angepasst und effizienter gemacht werden, um auf Kundenansprüche und Herausforderungen im Wettbewerb adäquat reagieren zu können.

Im Rahmen einer digitalen Agenda fokussiert sich Bayer auf die intelligente Zusammenführung und Auswertung von Daten. Als wesentliches Hilfsmittel auf diesem Weg dient dem Unternehmen – im Rahmen eines neuen Operating-Modells und einer Initiative zur globalen Prozess-exzellenz – die hauseigene Business-Intelligence-Plattform «data.one», die auf der Basis der Software SAP Hana entwickelt wurde. Sie bietet die Grundlage dafür, das strategische wie auch operative Finanzmanagement im globalen Maßstab einheitlich zu gestalten.

 

Konzernweite Integration.
Die Unternehmensplanung des Konzerns ist darin vollständig eingebunden. Sie orientiert sich nicht mehr statisch an der Accounting-Logik, sondern arbeitet konsequent entlang der Verantwortlichkeiten im Management. Das neue Credo lautet: «Wir planen, wie wir steuern.»

Wie dieses Verfahren funktioniert, erläuterten die Bayer-Experten Tobias Kretzschmar und Jens Reissmann auf der 20. Planungsfachkonferenz, zu der die Unternehmensberatung Horváth & Partners im Dezember nach Köln eingeladen hatte: Auf der technischen Basis des konzernweiten, einheitlichen Tools «data.one» erfolgt die Planung konsolidiert nach mehr als 200 Märkten und nicht mehr ausgerichtet an den Gesellschaften. Die Lösung deckt alle Divisionen und Konzernfunktionen, die über 350 Profitcenter und rund eine Millionen Kostenobjekte ab.

 

Standardisierter Prozess.
Innerhalb einer derart großen, komplexen Organisation indes war die Umsetzung des erstrebten einheitlichen Blicks auf alle Unternehmensdaten («Single Point of Truth») nicht einfach. 

Auch mussten die zwei grundsätzlich verschiedenen Organisationsprinzipien und Steuerungslogiken im Bayer-Konzern unter einen Hut gebracht werden: einerseits die divisionale (basierend auf den Faktoren Wachstum, Profitabilität, Cashflow und Kapitalrendite), andererseits die funktionale (fußend auf den Kriterien Kosten, Zeit und Qualität). «Das hohe Maß an Komplexität war eine Herausforderung», berichtete Tobias Kretzschmar, Programm-Manager von Business Services, dem globalen Kompetenzzentrum für integrierte Geschäftslösungen von Bayer.

Dennoch gelang es dem Bayer-Team, einen standardisierten Planungsprozess mit fixen Stichtagen und ein System mit einheitlichen Kennzahlen zu schaffen. «Unsere neue Plattform funktioniert über alle Divisionen, Funktionen und Länder hinweg», betonte Jens Reissmann, Global Process Owner Planning bei Bayer.

 

«Portlets» für Erweiterungen.
Einige Elemente des Paradigmenwechsels werden jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt im Konzern umgesetzt, nachdem in verschiedenen Unternehmensbereichen die sofortige Umsetzbarkeit aller Funktionen nochmals überprüft wurde. Dazu zählen unter anderem die Planung als Veränderung von Faktoren gegenüber einer Referenzperiode (sogenannte Standardbrücken) sowie die flexible Simulation von Szenarien. 

Auch die nahtlose Integration der Top-down-Zielsetzungen und der strategischen Planung mit der Bottom-up-Budgetierung wurde erst einmal verschoben. «Bis auf weiteres müssen die Zahlen deshalb viermal jährlich im Detail durchgeplant werden», erklärte Planungsleiter Reissmann. Doch wachse im Konzern der Wunsch nach einer Simplifizierung – zum Beispiel durch eine zielorientierte Planung oder einer Eingabe von Werten auf aggregierter Ebene. Dank flexibler «Portlets», die wie Apps funktionieren, ließen sich im System zukünftig jederzeit Funktionalitäten und Planungsmasken hinzufügen.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Druckausgabe Nr. 1/2019. Hier bestellen.

 

 

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
© ProfilePublishing Germany GmbH 2019. Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der ProfilePublishing Germany GmbH

Business Intelligence Magazine: Springe zum Start der Seite